The Cradle: Jetzt beginnt der Holzbau

Bei The Cradle im Düsseldorfer Medienhafen beginnen die Holzbauarbeiten. Rund 2.150 m3 Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft in Europa werden hier in den nächsten sechs Monaten verbaut. Das Material kommt größtenteils in den Decken, Stützen sowie in der charakteristischen Außenfassade zum Einsatz. Das nachhaltige Bauprojekt wird nach dem Cradle to Cradle (C2C) Prinzip als Holzhybridbau entwickelt. Das bedeutet, dass Holz mit anderen Baustoffen kombiniert und überall dort eingesetzt wird, wo es endliche Materialien wie Beton, Stahl oder Kunststoffe ersetzen kann. Im Sinne der Cradle to Cradle-Philosophie sind die verwendeten Materialien des Gebäudes zu 97,7 Prozent kreislauffähig und dementsprechend wiederverwertbar. So wird zum Beispiel das Holz bei einem möglichen Rückbau des Gebäudes wieder in den Materialkreislauf zurückgeführt und wiederwendet. The Cradle fungiert damit als Materiallager. Reversible Verbindungen ermöglichen eine größtmögliche Kreislauffähigkeit durch die Demontierbarkeit der Baustoffe. Sämtliche Daten der Materialien werden in dem digitalen Material Passport mit dem BIM-Modell des Projektes verknüpft und stehen für einen möglichen späteren Rückbau zur Verfügung.

 

Bild: Interboden Gruppe

Reduktion von CO2-Emissionen

„Wir beziehen unser Holz ausschließlich aus nachhaltiger Forstwirtschaft in Europa, größtenteils sogar aus Deutschland“, sagt Andreas Willms, Projektleiter The Cradle von Interboden. „Berechnungen zufolge wird der CO2-Fußabdruck in der Konstruktion um rund 1.900 t im Vergleich zu konventionellen Gebäuden reduziert. Dies entspricht einer Reduktion von rund 40 Prozent CO2 im Vergleich zu herkömmlichen Bürobauten. Der Einsatz von Holz, anstelle von endlichen Rohstoffen, ist hierfür der entscheidende Faktor.“ Ein weiterer Grund ist ein Logistikkonzept, bei dem das Holz direkt auf seinem Transportweg an geeigneten Stellen bearbeitet wird und keine großen Umwege machen muss.

Rendering von The Cradle nach den Plänen von HPP Architekten. Bild: Interboden/HPP/bloomimages

Auswahl der Holzsorten

Die rund 2.150 m3 Holz verteilen sich auf ca. 1.750 m3 Fichte, 225 m3 Lärche und 175 m3 Buche. Jede Holzsorte wurde aufgrund ihrer individuellen Eigenschaften für den jeweiligen Verwendungszweck ausgewählt. So wird zum Beispiel bei der Fassade Lärche verwendet, die durch ihren geraden Wuchs und ihre hohe Dichte für eine lange Lebensdauer und Tragkraft steht. Für die Stützen wird Buche verwendet, da diese eine hohe Festigkeit aufweist. Im Innenbereich – insbesondere in den Decken – wird Fichtenholz verwendet, das sich durch Vielseitigkeit und Robustheit auszeichnet.

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