Sonntag, 21. Juli 2024

Aus zwei mach eins – Feuerwehr und Bauhof Metzingen

Mit dem 24 m hohen Schlauchturm ist die neue Feuerwache Metzingen am Rand des Gewerbegebiets Braike-Wangen auch aus der Ferne als solche erkennbar. Die klare reduzierte Architektursprache und die einheitliche Materialität tragen eindeutig die Handschrift des Stuttgarter Architekturbüros Dasch Zürn + Partner. Die Idee, für Feuerwehr und Bauhof einen neuen gemeinsamen Standort zu bauen, ging auf die Initiative des örtlichen Bauhofs und einen Wettbewerb, den das Büro 2017 gewinnen konnte, zurück.

Wichtige Funktionen getrennt

Für die Feuerwehr ergaben sich durch die Zusammenfassung der bisher auf drei Standorte verteilten Ausrüstung und der Fahrzeuge auf nun mehr zwei Stützpunkte völlig neue Möglichkeiten: In den funktionalen Räumlichkeiten kann sie ihre Ausrüstung einsatzgerecht unterbringen, aber auch Übungen und Schulungen durchführen. Die Verantwortlichen rechnen natürlich mit Synergien; angefangen von Lagerräumen über eine gemeinsame Tankstelle bis zu Einsparungseffekten bei Bau und Betrieb der Liegenschaften. Ausschlaggebend war jedoch, Behinderungen der Einsatzabläufe der Feuerwehr unbedingt zu verhindern. Deshalb ist der Alarmhof der Feuerwehr vom Betriebshof des Bauhofs räumlich getrennt. Der Hangsituation begünstigt die terrassierte Anordnung der Gesamtanlage. Die beiden Hofebenen von Feuerwehr und Bauhof sind über eine Rampe miteinander verbunden. Die Zufahrten beider Einheiten erfolgen allerdings unabhängig voneinander und kreuzungsfrei. Die Raumprogrammflächen hingegen konnten Dasch Zürn + Partner in einem gemeinsamen Gebäude, getrennt nach Nutzungsbereichen für die Feuerwehr und den Bauhof, unterbringen. Eine bauliche Fuge in der ansonsten einheitlichen Gesamtform macht die unterschiedlichen Nutzungen nach außen ablesbar.

Die Gesamtanlage, die sich über 7.200 m² erstreckt, umfasst ein Feuerwehrgebäude mit Fahrzeughalle für 26 Einsatzwagen, mit Schlauch- und Übungsturm, Kfz-Werkstätte und Waschhalle, Atemschutzwerkstatt und Funkzentrale sowie Schulungsräumen. Der Baubetriebshof verfügt über eine Halle für 12 Fahrzeuge sowie eine Schreiner- und Schlosserwerkstatt.

Einheitliche Materialität durch Dämmbeton

Der funktionale Nutzungsschwerpunkt der Gebäude spiegelt sich in der Reduktion auf zwei Materialien wider: Großflächige geschlossene Wandflächen bilden einen spannungsreichen Kontrast zu den Verglasungen der Fenster- und Torflächen. Ein Novum ist die Verwendung von Leichtbeton in den Außenwänden. Die 60 cm starken Wände übernehmen hierbei auch die Funktion der Dämmung. Somit konnte das gesamte Bauwerk in Sichtbeton erstellt werden. Bauphysikalisch reguliert der verwendete Beton zudem das Klima im Gebäude auf natürliche Weise. Geheizt wird mit Nahwärme, die von den Stadtwerken geliefert wird und später das gesamte Baugebiet versorgen soll. Das Flachdach wurde teilweise begrünt und in großen Teilen mit einer PV-Anlage belegt.

Nach einer Bauzeit von rund zweieinhalb Jahren fand im Herbst 2023 die Schlüsselübergabe statt.

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