Miltenyi Biotec investiert in Köln

Rund 6.000 Menschen weltweit versorgt die Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG mit Hauptsitz in Bergisch Gladbach aktuell jedes Jahr mit innovativen Zell- und Gentherapien. Die Nachfrage steigt immer weiter – und mit ihr auch der Bedarf an Produktionskapazitäten. Deshalb investiert das global agierende Biotechnologie- und Biomedizin-Unternehmen mit rund 4.600 Mitarbeitenden weltweit in den Ausbau des Standorts in Köln. Miltenyi Biotec kernsaniert dort einen ehemalig für pharmazeutische Herstellungs- und Verpackungsprozesse genutzten Gebäudekomplex. Unter dem Namen Cologne Clinical Products Miltenyi Biotec (CPMB) werden künftig Reagenzien für klinische Anwendungen hergestellt. Vor Kurzem hat das Projekt mit der Installation der prozesstechnischen Anlagen einen wichtigen Meilenstein erreicht.

Herausforderung Brownfield

Die bestehenden Räumlichkeiten bieten rund 12.000 m2 Nutzfläche, wovon sich 5.000 auf die Produktion der klinischen Reagenzien im Erdgeschoss erstrecken. Daneben entstehen Personalschleusen im Untergeschoss, zwei Techniketagen im ersten und zweiten Obergeschoss sowie Bürobereiche mit rund 430 m2 Fläche. „Sogenannte Brownfield-Projekte wie dieses fordern uns besonders heraus, weil wir bestehende Flächen so umgestalten müssen, dass sie den Anforderungen der Nachnutzung entsprechen“, erklärt Harald Gräfe, Manager und Experte für Pharmabauten bei Drees & Sommer. „Dazu schauen wir immer zuerst, was sich von der ursprünglichen Infrastruktur erhalten und für die weitere Nachnutzung verwenden lässt”, so der Fachmann. In Köln bleiben beispielsweise Teile der Gebäudehülle, das Tragwerk und ausgewählte Reinraumdecken bestehen. Alles, was sich nicht weiter nutzen lässt, wird im Rahmen der bestehenden baulichen Struktur mit modernster Technik ersetzt oder ergänzt. Dazu gehören komplexe Reinraumbedingungen für sterile Produktionsprozesse sowie eine digitale Infrastruktur, die sämtliche Abläufe vernetzt und überwacht.

Hoch- und Höchsttemperatur-Wärmepumpen

Neben der technischen Ausstattung spielt auch die Energieversorgung eine wichtige Rolle für die Zukunftsfähigkeit des Standorts. Das neue Energiekonzept setzt auf eine dezentrale Struktur anstelle der bisherigen zentralen Versorgung. „In Zukunft kommen hier Hoch- und Höchsttemperatur-Wärmepumpen zum Einsatz“, sagt Harald Gräfe. „Diese können sowohl Prozesswärme bis zu 200 Grad als auch Dampf mit hoher Energieeffizienz bereitstellen.” Damit reduziert sich der Energieverbrauch sowie auch der CO₂-Ausstoß erheblich. „Wir ermöglichen so eine klimafreundliche Produktion im industriellen Maßstab”, sagt Gräfe.

Drees & Sommer SE unterstützt Miltenyi Biotec bei der zukunftsweisenden Transformation. Das Projektteam ist mit verschiedenen Leistungen beauftragt – darunter das Projektmanagement, das technische Projektcontrolling, das digitale GA-Audit als Controlling der Inbetriebnahme und das BIM-Management. Mittels BIM-Planung werden alle Planungs-, Bau- und Betriebsprozesse, die sich in einem zentralen digitalen Gebäudemodell, dem sogenannten digitalen Gebäude-Zwilling, abbilden lassen, vernetzt.

Neueste Beiträge