Das neue Gebäude des Fraunhofer-Instituts für Kognitive Systeme IKS auf dem Fraunhofer-Campus in Garching bei München steht für eine zukunftsweisende Verbindung von Forschung und architektonischer Innovation. Als moderner Forschungsbau setzt es einen eigenständigen architektonischen Akzent auf dem Campus und entwickelt im Inneren eine räumliche Struktur, die auf Vernetzung, Kommunikation und die Entstehung neuer Ideen ausgerichtet ist. Entworfen und geplant wurde das Fraunhofer IKS von Telluride Architektur; die Bauzeit erstreckte sich von April 2023 bis April 2026.
Austausch als integraler Bestandteil
Die zentrale Idee der Fraunhofer-IKS-Planung bestand in der räumlichen Übersetzung einer Wissensbibliothek in das digitale Zeitalter. Herzstück des rund 8.450 m2 großen Forschungsgebäudes ist ein großzügiges Atrium. Als zentraler Ort der Begegnung und Kommunikation verbindet es die unterschiedlichen Bereiche des Instituts und macht Austausch zu einem integralen Bestandteil der Architektur. Um das Atrium gruppieren sich die Arbeits- und Forschungsbereiche. Sie sind als individuell gestaltbare Erfahrungs- und Innovationsräume konzipiert und lassen sich unterschiedlichen Anforderungen und Arbeitsweisen anpassen.
Im Erdgeschoss verbindet das Atrium das Gebäude mit dem angrenzenden Anger. In den darüberliegenden Geschossen schafft es eine innere und zugleich nach außen wirksame Vernetzung. Im Westen bildet ein Gebäudekern das konstruktive und funktionale Rückgrat des Hauses. Dem Kern gegenüber liegen flexibel nutzbare Geschossflächen für die Arbeitswelten des Instituts. Auch städtebaulich übernimmt das Gebäude eine verbindende Funktion. Das Fraunhofer IKS positioniert sich wie ein „Scharnier“ zwischen den Forschungsgebäuden Fraunhofer IGCV und Fraunhofer AISEC der Fraunhofer-Gesellschaft und bildet zugleich den Übergang zum Gebäudekomplex der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der Technischen Universität München.
Zukunftsfähige Gebäudetechnik
Das Gebäude wird von einer texturierten, transluzenten Fassade umschlossen. Ein Sonnenschutz verschattet die unterschiedlichen Anforderungen der Arbeits- und Forschungsbereiche und unterstützt das energetische Konzept des Gebäudes. Auch die technische Ausstattung folgt dem Anspruch, eine leistungsfähige und zukunftsfähige Forschungsinfrastruktur zu schaffen. Das Gebäude verfügt u.a. über eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, eine Wärmeversorgung über Fernwärme bzw. Energierecycling sowie eine Kälteversorgung über Kältemaschine und Grundwassernutzung. Heiz- und Kühldecken ermöglichen die Temperierung der Räume mit niedrigen Vorlauftemperaturen. Eine Regenwasserzisterne dient der Gartenbewässerung. Der Primärenergiebedarf liegt nach GEG 2020 bei 67,1 kWh/m²a, der Endenergiebedarf bei 44,8 kWh/m²a.
Das Projekt wurde mit dem BIM-Preis Bayern 2024 ausgezeichnet. Eine ausführliche Beschreibung lesen Sie in der industrieBAU, Ausgabe 6/2026. Sichern Sie sich ein kostenloses Test-Abo.
