Während der Corona-Pandemie blieben viele Büros monatelang leer. Mobiles Arbeiten wurde innerhalb kürzester Zeit vom Ausnahmefall zum Standard. Sechs Jahre später dreht sich der Trend: Die Menschen kehren schrittweise zurück ins Büro. Das ist ein Ergebnis des Drees & Sommer Workspace Benchmark Reports 2026/27 – die vierte Studie des Beratungsunternehmens zum Thema Arbeitswelten. Die neuen Erkenntnisse zeigen: Im Vergleich zur Befragung 2023/24 hat sich das Auslastungsniveau nahezu verdoppelt und liegt nun bei rund 70 Prozent.
Homeoffice ja, aber wohldosiert
Dennoch bleibt mobiles Arbeiten ein fester Bestandteil der Arbeitsrealität, wie die aktuelle Umfrage zeigt. So gehören zwei bis drei Homeoffice-Tage pro Woche für 69 Prozent der Befragten zum Arbeitsalltag. Wer bis zu vier Tage mobil arbeiten kann, nutzt dieses Angebot in der Regel auch. Anders sieht es hingegen bei voller Freiheit aus: Von denjenigen, die an fünf Tagen von zu Hause aus arbeiten dürften, bleibt die größte Gruppe nur an drei Tagen dort. Mitarbeitende kommen also auch freiwillig ins Büro. Sie treffen sich zu Meetings und Workshops, arbeiten gemeinsam an Projekten und tauschen sich direkt mit Kolleginnen und Kollegen aus. Entsprechend gefragt sind Flächen für Teamarbeit, Telefonate und kurze Abstimmungen sowie Orte für ungeplante Begegnungen.
Medientechnik als wichtiges Kriterium
Wie gut Büroflächen ausgelastet sind, hängt auch von ihrer Attraktivität für die Mitarbeitenden ab: Als sehr attraktiv bewertete Büros sind im Schnitt zu 63 Prozent belegt, als nicht attraktiv bewertete nur zu 48 Prozent. Die Befragten wissen auch, woran das liegt. Sie wünschen sich modernere Gebäude und Arbeitswelten, die je nach Tätigkeit den passenden Ort bieten: Rückzugsräume zum Konzentrieren, Bereiche für kreative Zusammenarbeit und Zonen für den informellen Austausch. Auch Medientechnik steht weit oben auf der Liste. Insgesamt stuften rund 72 Prozent der Befragten des Trendreports ihre Büros als attraktiv bis sehr attraktiv ein.
Auch bei der Medientechnik zählt, wie konsequent Unternehmen ihre Räume ausstatten: Wo höchstens jeder vierte Besprechungsraum über Videotechnik verfügt, sind nur 39 Prozent der Befragten damit zufrieden. Sind es mindestens drei von vier Räumen, steigt der Wert auf 75 Prozent. Jede Minute zählt: Ein Raum sollte innerhalb von 30 Sekunden startklar sein. Wer die Wartezeit vor Meetings deutlich verkürzt, spart laut Studie pro Tag mehrere Tausend Euro.
Flächenanalyse zur aktiven Steuerung
Um zu wissen, wie einzelne Flächen überhaupt genutzt werden, braucht es in erster Linie Daten. So berichten 63 Prozent der Befragten, dass ihr Unternehmen Space Analytics einsetzt. Das datengestützte Analysetool erfasst die Flächennutzung in Büros und hilft, diese zu verbessern. Große Unternehmen sind dabei klar im Vorteil: 85 Prozent der Firmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitenden analysieren ihre Flächen datengestützt, bei Firmen mit weniger als 50 Mitarbeitenden sind es nur 38 Prozent. Meist beschränkt sich die Analyse aber auf Buchungssysteme. Sensoren oder Bewegungsanalysen nutzen bislang nur wenige, um ihre Flächen aktiv zu steuern.
Die anonyme Umfrage von Drees & Sommer lief von Mai bis Juni 2026. 207 Personen aus 17 Branchen nahmen teil. 35 Prozent der Befragten arbeiten in Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitenden, weitere 21 Prozent vertreten Unternehmen mit 1.000 bis 4.999 Mitarbeitenden. Die übrigen rund 44 Prozent stammen aus kleineren und mittleren Unternehmen.
Der Workspace Benchmark Report 2026/27 steht hier zum Download bereit.
