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Lückenschluss im Liftschacht

5. Februar 2011 – 23:06

Aufzugsschächte sind im Gebäudekomplex wichtige Bauabschnitte, an die viele Anforderungen hinsichtlich Lüftung und Entrauchung im Brandfall gestellt werden. Die deutschen Landesbauordnungen schreiben diese Anforderungen im Detail verbindlich vor. Danach müssen z.B. die Rauchabzugsöffnungen in Fahrstuhlschächten eine Größe von 2,5 Prozent der Grundfläche des Fahrstuhls, mindestens jedoch von 0,10 m2 aufweisen. Anderseits wird nach der geltenden Energieeinsparverordnung (EnEV 2009), § 5, die Dichtheit der wärmeübertragenden Umfassungsflächen verbindlich vorgeschrieben. Für die Baupraxis bedeutet das, dass zu errichtende Gebäude so auszuführen sind, dass die wärmeübertragenden Umfassungsflächen einschließlich der Fuge dauerhaft luftundurchlässig und nach dem Stand der Technik abgedichtet werden müssen.

Die zuverlässige Entrauchung der Aufzugsschächte unter Einhaltung der geltenden EnEV ist ein Thema, mit dem sich die Produktentwickler verschiedener Herstellerfirmen seit einiger Zeit beschäftigen. Der Markt bietet hierfür inzwischen unter-schiedliche, zuverlässige Systeme an, die die Aufzugsbenutzer bei Brandgefahr im eigentlichen Schacht oder bei von außen eindringendem Brandrauch schnell und sicher vor Vergiftung oder sogar Erstickungstod schützen. In Deutschland setzen die Planer und Betreiber von Aufzugsanlagen bisher vorwiegend auf die Ansaugmethode, bestehend aus einem Rohrsystem mit entsprechendem Zubehör zur Heranführung von Brandrauch an die RWA-Zentrale.

Zusammen mit Hekatron, einem Unternehmen aus dem anlagentechnischen Brandschutz, hat STG-Beikirch als Hersteller im Bereich der Rauch- und Wärmeabzugsanlagen sowie der Lüftungstechnik eine wirtschaftliche Alternative zu den bisher üblichen Ansaugsystemen entwickelt: das Entrauchungssystem LiSE. Es basiert auf punktförmigen Rauchmeldern in Kombination mit weiteren bewährten Systemkomponenten. Das Besondere daran: Das System arbeitet mit einer geschlossenen Rauchabzugsöffnung, die mittels Detektion durch automatische Melder oder manuelle Auslösung geöffnet wird. Dadurch wird die Öffnung nur im Bedarfsfall entweder zur Lüftung oder zum Rauchabzug betätigt. So vermeidet LiSE unnötige Energie- und Wärmeverluste und erfüllt die Vorgaben der EnEV. Gleichzeitig entspricht LiSE der Brandschutzanforderung der Landesbauordnungen.

Die automatische Rauchdetektion erfolgt durch punktförmige Rauchmelder, die im Aufzugsschacht auf der Seitenwand angeordnet sind. Die Detektoren werden oberhalb der Aufzugsschachtgrube in maximalen Abständen von 12 m und darüber hinaus noch im Schachtkopf angeordnet. Diese Rauchmelder wirken auf eine RWA-Zentrale, in der die Freigabe der Rauchzugsöffnungen automatisch veranlasst wird. Gleichzeitig erhält die Aufzugssteuerung die automatische Anweisung, die Evakuierungsebene anzusteuern und die Aufzugskabine zum Aussteigen zu öffnen. Die Schachtentrauchung geschieht durch eine Lichtkuppel oder ein Lamellenfenster, deren Öffnungsvorgang durch geeignete Antriebe sichergestellt wird. Ein erstes Referenzobjekt wurde bereits 2009 realisiert.

Susanne Ruhrländer

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