Als technischer Zweckbau und Beitrag zum Dorfleben wurde die neue Feuerwehrhalle Vetzan in Schlanders konzipiert. Eine Arbeitsgemeinschaft – bestehend aus den Architekten Lukas Wielander, Martin Trebo, Martin Egger und dem Künstler Manfred Alois Mayr – bettete den Neubau mit Gespür fürs Detail in den lokalen Kontext ein.
Da wären zuerst einmal die Berge als Hintergrundkulisse. Hinzu kommt der Standort – die Ortseinfahrt von Vetzan – und als Zugabe und thematischer Rahmen dient die Geschichte der Region. Damit diese konzeptionellen Eckpfeiler bei der Errichtung der neuen Feuerwehrhalle in Vetzan berücksichtigt wurden, lud die Gemeinde 2018 insgesamt 16 aus Schlanders stammende oder dort lebende Architekten und Architektinnen zu einem einstufigen Wettbewerb ein. Alle „Locals“ also, die die traditionellen Eigenheiten selbstverständlich in die Planung des modernen Zweckbaus integrieren würden. Die Architekten Lukas Wielander, Martin Trebo und Martin Egger bekamen für ihren Entwurf den Zuschlag; für das Farb- und Materialkonzept holten sie sich den Künstler Manfred Alois Mayr mit ins Team, um das „Projekt weiter zu schärfen und zu vervollständigen“, wie Trebo erklärt. Die vier arbeiteten bereits vorher in unterschiedlicher Besetzung miteinander. Nach Abschluss des Wettbewerbs wurde das Projekt mit Vertretern der Freiwilligen Feuerwehr Vetzan, die rund 40 Mitglieder umfasst, in einem partizipativen Prozess weiterentwickelt und optimiert.
Der in Massivbauweise ausgeführte, zweigeschossige Neubau definiert und gestaltet aufgrund seiner leicht peripheren Lage den Dorfeingang neu. Im Süden und Südwesten grenzt das Grundstück an eine neue Wohnbebauung, während an der Westseite eine Rampe ins Untergeschoss führt. Das Herzstück des Gebäudes bildet die Fahrzeughalle an der Westseite. Daran anschließend sind jene Funktionen angeordnet, die unmittelbar mit ihr in Verbindung stehen müssen. Diese Bereiche – Haupteingang, Nachrichtenraum bzw. Kommandoraum, Versammlungsraum und Umkleideraum – befinden sich im Osten der Halle und bilden ein etwas niedrigeres, klares Bauvolumen. Dazwischen wurde der Schlauchturm positioniert, der beide Geschosse verbindet. Im Untergeschoss befinden sich verschiedene Lager-, Service- und Technikräume, die auch intern über eine Treppe zugänglich sind.
Zweckbau und Treffpunkt
Der Bau eines Feuerwehrhauses muss mehreren Bedeutungsebenen gerecht werden. Neben seiner Funktion als rein technischer Zweckbau sollte es auch „ein würdiger Sitz für diesen wichtigen Verein im Dorf“ sein, wie es in der Projektbeschreibung der Architekten heißt. Neben der Freiwilligenarbeit leistet er auch einen wichtigen Beitrag für das Dorfleben und den sozialen Zusammenhalt. In erster Linie sollte er aber als Funktionsbau dienen, in dem die arbeitstechnischen Abläufe wie Ankunft, Vorbereitung, Einsatz, Reinigung und Wartung optimal funktionieren können. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf die Anordnung und Organisation der Räume, sondern beeinflusst auch die Wahl der eingesetzten Materialien und das Erscheinungsbild. Dabei sollte die Materialität einen logischen Bezug zum örtlichen Umfeld aufweisen.
