Feuerwehr Vetzan: Ziegelbraun. Feuerrot. Schwefelgelb.

Vertrauter Kontext durch Materialität

Bei der Auswahl der Materialien für das Gebäude galt als Vorgabe „Erde und Wasser, mit Feuer gebrannt und gehärtet“ – eine Anspielung auf die heute fast vergessene Tradition des Tonbrennens und der Ziegelherstellung in Vetzan, die in den Jahren 1854 bis 1959 im Dorf betrieben wurde. Das hierfür benötigte Rohmaterial Lehm wurde in der sogenannten Loamgrube unterhalb des Hofes Ratitsch gewonnen und in der heutigen Handwerkerzone zu Ziegeln gebrannt. „Um eine stimmige landschaftliche Einbindung des Baukörpers mit dem dahinter liegenden kargen Vinschger Sonnenberg zu erzielen, erschien uns die Wahl von dunkel gehaltenen Langformatziegeln als vorwiegendes Baumaterial als stimmiger Ansatz“, erläutert Trebo. Die Verlegeart der Ziegel orientiert sich an den ausgefachten Lüftungsöffnungen örtlicher Stadel-Gebäude und gibt der strengen Gebäudegeometrie ein weicheres, zeitgemäßes und gleichzeitig vertrautes Erscheinungsbild. Bei den Ziegeln entschied sich die Arbeitsgemeinschaft für ein Standardformat, das die Herstellerfirma Fornace S. Anselmo in ihrem Sortiment hat. „Das Format hat durch die Addition von jeweils vier übereinander gestapelten Ziegeln die für uns geeignete Grobheit bzw. Skalierung der Textur ermöglicht“, sagt Trebo.

Close-up of gray concrete blocks arranged in a geometric, stepped pattern with rectangular recesses at the center and along the edges.
Mockup zur Planung der Anordnung und Akzentuierung der Langformatziegel. Bild: Arch. Lukas Wielander, Arch. Martin Trebo, Arch. Martin Egger
A palette of construction samples on a stone surface: stacked wood slats, dark tiles, gray boards, textured gray square tile, a concrete tile, and a metal ruler.
Mockup zur Prüfung des Zusammenspiels der Materialien. Bild: Arch. Lukas Wielander, Arch. Martin Trebo, Arch. Martin Egger

Text: Kirsten Posautz

Namen und Daten:

  • Objekt: Neue Feuerwehrhalle Vetzan
  • Bauherr: Gemeinde Schlanders
  • Architektur: Arch. Lukas Wielander, Arch. Martin Trebo, Arch. Martin Egger; Farb- und Materialkonzept in Zusammenarbeit mit Manfred Alois Mayr
  • Volumen: 3.115 m3
  • Überbaute Fläche: 382 m2
  • Nutzfläche: 564 m2
  • Bauzeit: 2022 – 2025

Mehr über das Projekt lesen Sie in der Ausgabe 4, August/September, 2026 von industrieBAU.

 

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