Architektur- und Ingenieurbüros: Auftragsrückgang für 2021 erwartet

Die Bundesarchitektenkammer (BAK) und die Bundesingenieurkammer (BIngK) haben im November 2020 unter 4.600 selbstständigen Kammermitgliedern zum dritten Mal dieses Jahr eine Umfrage zu den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie erhoben. Die Teilnehmer wurden zu den bisherigen und absehbaren Auswirkungen der Corona-Pandemie und dem daraus folgenden Förder- und Beratungsbedarf befragt. Das Ergebnis: 41 Prozent der Architektur- und Ingenieurbüros erwarten für 2021 Umsatzrückgänge. Jedes fünfte Büro gibt sogar massive Probleme bis hin zu drohenden Liquiditätsproblemen an.

Im April 2020 waren die Ergebnisse von großer Sorge in die nähere und mittelfristige Zukunft geprägt. Im Sommer erholte sich die wirtschaftliche Situation dann aber leicht. Gaben im April noch 79 Prozent der Architektur- und Ingenieurbüros an, Auswirkungen der Corona-Pandemie zu spüren, waren es im Juni noch 61. Im November ging dieser Anteil weiter zurück auf 58 Prozent. Negative wirtschaftliche Folgen für das eigene Büro stellten im April 55 Prozent und im Juni 41 Prozent der Befragten fest. Dieser Anteil fiel im November nun mit 34 Prozent noch geringer aus. Aktuell sind noch 18 Prozent der Büroinhaber auf finanzielle Hilfen angewiesen. In Notlage befinden sich besonders Innenarchitekten, Solo-Selbstständige, im Ausland aktive Planer sowie für gewerbliche Auftraggeber Tätige. Bei 4 Prozent der Büros und 7 Prozent der Soloselbstständigen wird es dabei sogar um das wirtschaftliche Überleben gehen. Sie gehen davon aus, die eigene Selbstständigkeit aufgrund der Corona-Pandemie in den nächsten 12 Monaten aufgeben zu müssen. Hinzu kamen seit dem Sommer weitere Probleme: Im Vergleich zu Juni kam es im November zu mehr Personalausfällen auf der Baustelle oder im eigenen Büro und auch zu Verzögerungen im Baugenehmigungsprozess. Auch der Anteil an entlassenen Mitarbeiter stieg im November auf 1,8 Prozent (Juni 2020 bei 1 Prozent).

Um die Folgen gering zu halten, hat die Bundesregierung Corona-Hilfen aufgelegt. Doch auch diese werden differenziert bewertet. Die Stimmen, die die Förderprogramme für bedarfsgerecht halten, halten sich mit den Kritikern die Waage. Zu den Mängeln der Zuschüsse zählt die Beschränkung der Unterstützung auf die Betriebskosten eines Unternehmens, wodurch kleine Büros benachteiligt sind.

Die detaillierten Ergebnisse der 3. Corona-Umfrage 2020 finden Sie unter: www.bak.de/pandemie-umfrage