Förderpreis des Deutschen Stahlbaus 2026

Im Rahmen des DASt-Kolloquiums (Deutscher Ausschuss für Stahlbau) 2026 in Berlin wurden erneut Arbeiten mit dem Förderpreis des Deutschen Stahlbaus ausgezeichnet. Das Forschungskolloquium bietet Promovierenden, Jungingenieurinnen und Jungingenieuren im Stahl-, Metall- und Verbundbau eine etablierte Plattform, um ihre Projekte vorzustellen und im fachlichen Austausch weiterzuentwickeln. Auch die diesjährigen Preisträger des Kolloquiums zeigen die thematische Breite und Tiefe aktueller Forschung. Ausgezeichnet wurden Nils Rittich und Markus Feldmann von der RWTH Aachen für ihre Arbeit zur zuverlässigkeitsorientierten Charakterisierung und Klassifizierung additiv gefertigter Stahlbauteile, Kira Buchenau und Max Spannaus von der Universität der Bundeswehr München für experimentelle und numerische Untersuchungen zum Explosionsschutz kritischer Infrastrukturen sowie Marco Maibaum und Karsten Geißler von der TU Berlin für ihre messdatenbasierte Bewertung von Temperatureinwirkungen bei Bestandsbrücken.

Erster Platz: Isarsteg mit Flussbad in Freising

Rendering Isarsteg Freising
Die filigrane Stahlhohlkastenkonstruktion mit getrennten Ebenen für Fuß- und Radverkehr zeigt eine materialeffiziente Tragwerkslösung und macht die Brücke selbst zum erlebbaren Raum. Bild: BFS

Mit dem erstplatzierten Entwurf gelingt es der Studentin Lojaen Shahoud von der Hochschule München, Infrastruktur, Architektur und Landschaft in ein überzeugendes Gesamtbild zu überführen. Die Arbeit zeigt, wie sich ein Brückenbauwerk weit über seine funktionale Aufgabe hinaus entwickeln kann. Im Zentrum steht eine filigrane Stahlkonstruktion als Monocoque-Hohlkasten, die mit minimalem Materialeinsatz eine Spannweite von 60 Metern stützenfrei überbrückt. Die Tragwerksidee ist klar und innovativ. Durch die Aufteilung in unterschiedliche Ebenen entsteht eine funktionale Trennung von Rad- und Fußverkehr, die gleichzeitig eine hohe räumliche Qualität erzeugt. Die Brücke wird dabei Teil eines Ensembles aus Flussbad, Steganlagen und ergänzenden Baukörpern. Architektur und Tragwerk greifen ineinander und schaffen einen Ort mit Aufenthaltsqualität. Der Einsatz wetterfesten Stahls reduziert den Wartungsaufwand und unterstreicht den nachhaltigen Ansatz. Ergänzt durch naturbelassene Materialien entsteht eine Lösung, die sich sensibel in den Naturraum einfügt und gleichzeitig ein starkes gestalterisches Statement setzt.

Zweiter Platz: Modulare Aula für die Universität Bonn

Temporär gedacht und dennoch von bleibendem Wert, so beschreibt die Laudatio den zweitplatzierten Entwurf einer studentischen Arbeitsgruppe der RWTH Aachen bestehend aus Jana Winkelmeyer, Angelina Schreyer, Bianka Oliwia Bojanowicz, Veliana Despodova, Kristin Luise Paul und Carolin Springob. Dieser beweist, wie konsequent zirkuläres Bauen heute schon geplant werden kann. Die Aula ist als modularer Baukörper konzipiert, der sich flexibel an unterschiedliche Nutzungen anpassen lässt. Ein klar strukturiertes Stahltragwerk bildet die Grundlage für ein System aus vorgefertigten Holzbauelementen. Alle Bauteile sind dabei so konzipiert, dass sie einfach montiert, demontiert und an anderer Stelle wiederverwendet werden können. Besonders überzeugend für die Jury war dabei der ganzheitliche Ansatz, denn von der ersten Entwurfsidee bis zum Rückbau wird der gesamte Lebenszyklus mitgedacht. Die hohe Standardisierung ermöglicht eine effiziente Logistik und einen schnellen Bauablauf. Gleichzeitig bleibt die architektonische Qualität erhalten und das Gebäude fügt sich elegant in sein Umfeld ein und zeigt, dass temporäre Architektur weder provisorisch noch beliebig sein muss.

Entwurf Temporäre Aula
Die temporäre Aula basiert auf einem modularen Stahltragwerk mit vorgefertigten Holzbauelementen und steht exemplarisch für zirkuläres, rückbaubares Bauen im Hochschulkontext. Bild: BFS

Anerkennungen für weitere Arbeiten

Neben den beiden Hauptpreisen wurden weitere Arbeiten gewürdigt, die das breite Spektrum des Stahlbaus eindrucksvoll widerspiegeln. Die ausgezeichneten Projekte reichen von architektonisch überzeugenden Entwürfen im städtebaulichen Kontext bis hin zu technisch geprägten Forschungsarbeiten. Eine umfangreiche Dokumentation (126 Seiten) mit dem Titel „25. DASt-Forschungskolloquium 09. April 2026“ steht hier als PDF zum Download bereit. Weitere Informationen zu Wettbewerben der Stahlbranche für Architekten, Ingenieure und den Nachwuchs finden Sie auf der Website von bauforumstahl e.V. (BFS).

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