Auf einem schmalen Grundstück neben der Bahnlinie im Gebiet Schiekadeblok in Rotterdam wird mit einem imposanten Bauwerk eine Lücke geschlossen. Der für LSI von MVRDV entworfene, 47.000 m2 große Büro- und Gewerbekomplex Schieblocks hat Anfang Dezember 2025 die Baugenehmigung erhalten. Inspiriert von Donald Judds farbenfroher Möbelserie kombiniert jeder Block ein Fenstermuster und eine Farbe, die von den historischen Gebäuden Rotterdams inspiriert sind. So weist beispielsweise ein Block Erkerfenster auf, die an das von Huig Maaskant entworfene Citrusveiling-Gebäude im Westen Rotterdams erinnern, kombiniert mit dem leuchtenden Gelb der benachbarten Luchtsingel-Brücke. Ein anderer Block vereint die Sandsteinfarbe des Rotterdamer Rathauses mit Fenstern, die an die Fassade des Office-Gebäudes Hofplein 19 erinnert.
Während die Fassadengestaltung historisch inspiriert ist, verfolgt die Materialauswahl einen innovativen Ansatz. Zwei der elf Gebäudeteile bestehen aus Ziegeln aus Recyclingmaterial, wodurch der CO₂-Fußabdruck des Bauvorhabens reduziert wird. Drei weitere Fassaden nutzen gebäudeintegrierte Photovoltaik-Anlagen und verwenden die Südfassade zur Stromerzeugung.
Grünanlage auf dem Dach
Die Sockelgeschosse sind auf maximale Transparenz ausgelegt und beherbergen verschiedene öffentliche Einrichtungen. Vom dort aus gelangt man außerdem in die dreigeschossige Tiefgarage mit 230 Stellplätzen. Am westlichen Ende des Sockels befindet sich eine weitere Besonderheit des Projekts: Aufgrund der ungewöhnlichen Grundstückslage ragt eine zum benachbarten Central Post-Gebäude gehörende Parkrampe in das Gelände hinein. Da sie unter Denkmalschutz steht, kann sie nicht entfernt werden. Stattdessen wird sie in Glas eingefasst und zum Herzstück einer Bar gemacht.

In den oberen Stockwerken des Gebäudes sind ein Restaurant und ein zweigeschossiger Veranstaltungsraum vorgesehen. Das Dach des Gebäudes wird von einer begehbaren, von Juurlink & Geluk gestalteten Grünanlage bedeckt sein, die sich über die gesamte Fläche erstreckt und die Wasserspeicherung fördern. Dank spiralförmiger Treppen, die die verschiedenen Dachebenen verbinden, entsteht eine durchgehende Promenade, die sich von einem Ende des Gebäudes bis zum anderen erstreckt. Über der Grünanlage wird eine Pergola mit Solarmodulen installiert. So entsteht ein dynamisches Wechselspiel von sonnigen und schattigen Bereichen; gleichzeitig wird Energie erzeugt.
Hier geht es zu einem weiteren Projekt von MVRDV.
