Erweckung einer schlafenden Schönheit

Die Multihalle Mannheim ist ursprünglich für die Bundesgartenschau 1975 (BUGA75) nach den Plänen von Frei Otto und Carlfried Mutschler entstanden. 2019 konnten zwei Architekturbüros die Stadt Mannheim mit ihrem Entwurf zur Revitalisierung des Hallenkomplexes in einem internationalen Wettbewerb überzeugen: Cofo Architects und Peña architecture, beide aus Rotterdam.

 

Multihalle Mannheim

Trotz seiner Errichtung ab 1974 ist das Bauwerk am Mannheimer Herzogenriedpark noch immer die größte freitragende Holzgitterschalenkonstruktion der Welt. Die Dachkonstruktion aus Holz überspannt mehrere Räume, zu denen neben der geschlossenen Halle selbst auch Stege, Freiräume und technische Anlagen gehören. Um sich besser in die umgebende Parklandschaft einzufügen, setzten die Architekten bei dem filigranen Holzgitter mit Latten aus Hemlocktanne auf eine biomorphe Form. Zwei Schalen, die über einen Steg mit Dach miteinander verbunden sind, bilden die Multihalle Mannheim, die insgesamt 160 x 115 m misst. An ihrem höchsten Punkt erreicht das Gebäude eine Höhe von 20 m. Das Bauwerk steht aufgrund seiner besonderen Dachkonstruktion seit 1998 unter Denkmalschutz.

Außenansicht der Multihalle Mannheim vor der Revitalisierung. Bild: D. Lukac

HallenAllee

Das neue Design-Konzept mit dem Namen „HallenAllee“ entstand im Rahmen des Wettbewerbs Democratic Umbrella. Es fokussiert sich darauf, die Multihalle mit ihrer urbanen Nachbarschaft zu verbinden. Eine zentrale urbane Allee soll die Hallen und Flächen für verschiedene Aktivitäten und Veranstaltungen über eine diagonale Achse miteinander vernetzen. Das ikonische Holzgitter wird dabei unverändert erhalten, sodass die Multihalle weiterhin den Eindruck einer weitläufigen Kathedrale erweckt. Vorerst soll der Innenraum nur minimalistisch ausgestattet werden, damit die Bevölkerung von Mannheim Zeit hat, ihn mitzugestalten.

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