Klimagerecht Bauen – Landesrechnungshof NRW

In kühlem Weiß präsentiert sich der Neubau des Landesrechnungshofs Nordrhein-Westfalen (LRH NRW). Der von heinlewischer konzipierte Solitär zeigt sich zur Stadt hin mit einer schmalen, sechsgeschossigen Stirnseite.  Zum neu angelegten öffentlichen Park hingegen öffnet sich sein langgestreckter Riegel mit einer zweigeschossigen Fassade, die Maßstäblichkeit und Bürgernähe vermitteln will. In dem neuen Verwaltungsbau mit rund 9.900 m² Fläche finden nun die Beschäftigten des LRH NRW gemeinsam mit den Mitarbeitern der Rechnungsprüfungsämter der Städte Düsseldorf und Münster Platz, die bisher in einer Fremdimmobilie untergebracht waren.

Unkonventioneller Grundriss

Die Grundform des Gebäudes ist ein in sich verschachtelter, trapezförmiger Grundriss, der sich in seinem Aufbau vom Park weg, im Südwesten auf den oberen sechs Stockwerken zurückzieht. Der Zugang zum Gebäude erfolgt über einen offen gestalteten Vorplatz, der als Bindeglied zwischen Park und neuer Umgehungsstraße dient. Ihre starke Fernwirkung bezieht die Aluminium-Fassade durch die vertikale, rhythmisierte Gliederung. Die Geschossdecken hingegen sind im Erdgeschoss, im ersten, dritten und fünften Stock mit horizontalen Fugen versehen. Dadurch wirken die Obergeschosse doppelgeschossig, was den Baukörper optisch streckt.

Deskswitching und Homezones

Herzstück im Innern des Neubaus ist das trapezförmige Atrium, das Erd- und erstes Obergeschoss räumlich verbindet und Blickbeziehungen bis in die oberen Etagen ermöglicht. Als zentrales Kommunikationsforum erschließt es die wichtigsten Funktionen des Hauses. Ein dreiteiliger, bedruckter Wandteppich der Künstlerin Astrid Klein setzt dort einen markanten gestalterischen Akzent – in tiefem Blau, mit Zitaten von Heinrich Heine und Rose Ausländer sowie skulptural integrierten LED-Elementen.

Über die offene geschwungene Treppe im Atrium gelangt man in das erste Obergeschoss.  Am Erschließungsring um das Atrium liegt auf allen Etagen die gemeinsame Kernzone. Sie besteht aus Multifunktionsbüros, Garderoben, Teeküchen, Meet-and-Talk-Bereichen, Sanitäranlagen und den Kopierstationen. Sie sind das kommunikative Zentrum des Hauses, mit maximaler Transparenz zum Flur und zum Atrium hin.

Insgesamt gibt es im Neubau 289 Arbeitsplätze in Einzel- und Teambüros. Ein Großteil der Arbeitsplätze wird im Deskswitching-System von den Mitarbeitenden geteilt. Darüber hinaus gibt es sogenannte „Homezones“. Diese dienen als zusätzliche Anlaufstelle für die Mitarbeitenden aus den einzelnen Prüfbereichen. Ergänzt wird das System durch verschiedene weitere Kommunikationsflächen auf den einzelnen Ebenen.

Ambitionierte Klimaschutzziele

Mit Stolz beruft man sich auf die nachhaltige Bauweise dieses Gebäudes. Es wurde mit CO₂-reduziertem Beton und Hohlkörperdecken aus recyceltem Kunststoff, sogenannten Cobiax-Elementen, realisiert. Die Materialeinsparung durch die Deckenelemente beträgt laut Projektbeschreibung über 10.000 m³. Durch die Nutzung von erneuerbaren Energien in den Produktionsstätten sowie die Wasserentnahme aus Sammelbecken wurden bei der Betonherstellung bereits über 35 Prozent CO₂-Ausstoß im Vergleich zur konventionellen Bauweise eingespart, wie der Objektbroschüre des Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB) NRW zu entnehmen ist. Der BLB setzt demnach für den Landesrechnungshof auf eine Silber-Zertifizierung nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) und die Nutzung von erneuerbarer Energie durch eine eigene Photovoltaikanlage. Im Vergleich zum bisherigen Standort will man den CO₂-Fußabdruck so im Betrieb um 312 t pro Jahr reduzieren.

Das Projekt in Zahlen:

  • Projektvolumen: rd. 50 Mio. €
  • Bruttogeschossfläche: rd. 9.900 m²
  • Arbeitsplätze: 289 Arbeitsplätze
  • Materialreduzierung durch Hohlkörperdecken: 10.105 m³
  • Glaselemente im Atrium: 48 Elemente
  • Parkettboden: rd. 670 m²
  • Leistung Photovoltaikanlage: 33.672 kWh/a
  • Klimafreundlicher Beton (CO₂-reduziert): rd. 5.890 m³
  • Gepflanzte Bäume: 15 Stück

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