Fritsch & Tschaidse realisieren BR-Neubau

Das Büro Fritsch & Tschaidse Architekten GmbH wird die Neubauten des Bayerischen Rundfunks am Standort München-Freimann realisieren. Die Münchner Architekten konnten sich in einem europaweit ausgelobten VOF-Verfahren (Vergabeordnung für freiberufliche Leistungen) mit ihren Ideen durchsetzen. Nach Ablauf der vorgesehenen Einspruchsfristen hat am 22. Juni auch der BR-Verwaltungsrat der Vergabe der Planungsleistungen des Architekten zugestimmt.

Dem VOF-Verfahren war ein Architektenwettbewerb mit 10 Teilnehmern (bei 61 Bewerbungen) aus ganz Europa vorausgegangen, bei dem zwei Sieger gekürt wurden. Der zweite 1. Preis ging an kadawittfeldarchitektur aus Aachen. Beide Büros wurden im Rahmen des VOF-Verfahrens zur vertieften Erläuterung einiger Aspekte ihre Beiträge aufgefordert. Der Entwurf von Fritsch & Tschaidse hat sich beim Votum der Jury durchgesetzt. Die klare Gebäudestruktur vermittelt eine hohe Funktionalität und Flexibilität.

Nun kann mit den notwendigen Planungen gestartet werden, um den angestrebten Baubeginn spätestens Ende 2017 zu ermöglichen. Um die Sparten Radio, Fernsehen und Online vor dem Hintergrund des digitalen Wandels künftig aufs engste miteinander zu verzahnen, sollen auf dem BR-Fernsehgelände in Freimann neue Gebäude mit einem multimedialen Aktualitätenzentrum sowie ein Wellenhaus entstehen, in dem die Hörfunkprogramme ihren Sitz haben. Für die Architekten bestand die Herausforderung darin, die für eng vernetztes crossmediales Arbeiten nötigen räumlichen optimalen Rahmenbedingungen zu entwerfen.

Der Beitrag von Fritsch & Tschaidse sieht hierfür ein modernes, kommunikationsorientiertes dreistöckiges Gebäude vor – einen flachen Doppelriegel, der wie ein rechteckiges Floß in den Isarauen integriert wird. Kurze Wege und zentrale Besprechungsräume sollen die entsprechenden Arbeitsabläufe erleichtern. Herzstück ist die sogenannte „Medienstraße“, die Aktualitätenzentrum und Wellenhaus wie eine Magistrale verbindet und zum lebendigen, kommunikativen Raum für alle Mitarbeiter werden soll. Die Architekten, die für ihren Entwurf mit dem Stuttgarter Landschaftsarchitekten Jörg Störzer zusammengearbeitet haben, wollten mit ihrem Beitrag einen – wie sie sagen – unverwechselbaren Mediencampus schaffen, der zudem urban geprägt sei und u.a. ein Besucherzentrum und einen Kindergarten vorsieht. In München hat Fritsch & Tschaidse etwa bereits das Zentrum für Energie und Information der TU Garching entworfen.