Forschung: Auswirkung von Grünwänden in Holzgebäuden

Vertikale Innenraumbegrünung hält in Büro- und Verwaltungsgebäuden zunehmend Einzug – auch in Objekten, die in Holz- oder Holzhybridbauweise errichtet wurden. Vor diesem Hintergrund widmet sich eine aktuelle Masterarbeit der TH Köln den Einflüssen einer großflächigen vertikalen Innenraumbegrünung in einem Holzgebäude auf die Raumluftqualität sowie auf die Holzfeuchte angrenzender Bauteile. Die Untersuchungen mit entsprechender Mess- und Monitoring-Technik wurden von Anfang März bis Anfang August 2021 im „Forscherhaus“ des Projektbauspezialisten Brüninghoff in Heiden/Münsterland durchgeführt. Die rund 9 qm große Vertikalbegrünung wurde in einem 110 qm großen Besprechungsraum montiert.

Keine negativen Effekte auf angrenzende Bauteile

Es ergab sich ein durchschnittlicher Anstieg der relativen Luftfeuchtigkeit um 26,7 Prozentpunkte. Sowohl die relative als auch die absolute Luftfeuchtigkeit überschritten somit ohne Lüftungskonzept die normativen Grenzwerte nach DIN EN 15251. Bei Betrachtung der Brettsperrholzdecke war ein Anstieg der Holzfeuchte um 2,9 Prozentpunkte zu verzeichnen. Die mittlere Holzfeuchte an der Oberfläche betrug mit eingebauter Grünwand 11,2 Prozent. Die Decke kann somit weiterhin der Nutzungsklasse 1 nach DIN EN 1995-1-1 zugeordnet werden, da die relative Luftfeuchtigkeit nur an einigen Wochen pro Jahr – bei wärmeren Außentemperaturen und hoher Luftfeuchte draußen – den in dieser Nutzungsklasse maßgeblichen Grenzwert überschreitet. Demnach seien keine negativen Effekte auf angrenzende Holzbauteile durch eine von der Begrünung ausgelöste temporär erhöhte relative Luftfeuchtigkeit zu erwarten.

Zu beachten sind nach Rat der Experten bei der Planung einer Grünwand die Dimensionierung im Verhältnis zum Raum sowie das Lüftungskonzept. Essenziell sei zudem eine funktionsfähige Abdichtung der hinterlüfteten Konstruktion, um die tragenden Wandbauteile aus Holz vor Feuchte zu schützen. Dies gelte aber ebenso bei konventioneller Bauweise.

Die ausführlichen Ergebnisse der Arbeit können hier nachgelesen werden: https://www.brueninghoff.de/unternehmen/newsroom/aktuelles/