Sonntag, 21. Juli 2024

Baubeginn beim BMW-Montagewerk für Hochvoltbatterien

Die erste 12 m hohe Betonstütze steht, in den kommenden Wochen werden rund 1.000 weitere folgen. Eben gab die BMW Group den Startschuss für den Hochbau am zukünftigen Produktionsstandort für Hochvoltbatterien im niederbayerischen Straßkirchen. Die neue Fabrik soll Teil des weltweiten Produktionsnetzwerks der BMW Group werden. Um die Automobilwerke mit Hochvoltbatterien der kommenden Generation zu versorgen, baut das Unternehmen insgesamt fünf derartige Produktionsstätten auf drei Kontinenten.

Alexander Kiy, Gesamtprojektleiter bei der BMW Group für den Werksaufbau zur weiteren Planung: „Ende dieses Jahres wird das Produktionsgebäude mit Fassade und Dach geschlossen sein. Nach Fertigstellung des Rohbaus werden wir im kommenden Jahr mit der Installation der Produktionsanlagen für die Hochvoltbatterien beginnen.“

Baufeld BMW Montagewerk
Bild: BMW Group

Kritisch stellt sich der vorhandene, relativ weiche Unterboden dar. Bevor die Stützen in Einzelfundamente aufgestellt werden können, musste der Untergrund durch Einfräsen eines Kalk-Zement-Gemisches tragfähig gemacht werden. Die Stützen bilden gemeinsam mit 2.500 Fachwerkträgern aus Stahl die Struktur, anschließend folgen Fassade und Dach sowie das Schließen des Gebäudes.

Zügiger Baufortschritt mit Fertigteilen

Um den straffen Zeitplan für den Aufbau des neuen Produktionsstandorts zu realisieren, nutzt die BMW Group vorgefertigte Bauteile. Silvia Meyer, Projektleiterin Bau, Facility Management und Sicherheit für den Werksneubau der BMW Group bestätigt: „So sparen wir Zeit und können das Gebäude schneller errichten als in konventioneller Bauweise, bei der die Bauteile direkt an der Baustelle hergestellt werden. Zudem ist bei der Verwendung von Fertigteilen der Wasserbedarf vor Ort bis zu 65 Prozent geringer.“

BMW Montagewerk Gesamtaufnahme
Visualisierung: BMW Group

Der Baubeginn des „Reihenhauses“, wie die drei wesentlichen Versorgungsgebäude genannt werden, soll noch im Sommer 2024 erfolgen. Energiezentrale, Servicezentrum und die Feuerwehr sind als freistehende Objekte südlich des Produktionsgebäudes geplant.

Rekultivierung als Ausgleich für Baumaßnahmen

Eine Grundbedingung für den Erhalt des Baurechts und den damit verbundenen Baustart war der schonende und sorgsame Abtrag des fruchtbaren Oberbodens. 75.000 m³ Humus von rund 25 ha Fläche wurden bereits zu Kies- und Tongruben in den Landkreisen Straubing-Bogen, Deggendorf und Regensburg transportiert. In vier dieser Gruben entstehen dadurch insgesamt 34 ha neue Rekultivierungsflächen für die landwirtschaftliche Nutzung.

Die mehr als 150.000 m³ Humus von der weiteren Fläche des ersten Bauabschnitts werden bis in den Spätsommer auf dem Gelände des geplanten zweiten Bauabschnitts zwischengelagert. Diesen Humus stellt die BMW Group Landwirten nach der Ernte 2024 zur Verfügung. Mehr als 50 regionale Betriebe meldeten bislang ihr Interesse an. Für die Nutzung des Humus gilt die Nachweispflicht einer sinnvollen Weiterverwendung, die fachkundig dokumentiert wird.

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