Mit dem Timber Pioneer entstand das erste nach der Hochhausverordnung genehmigte Holzhybridgebäude in Frankfurt – ein Pionierprojekt, das für alle Beteiligten Neuland bedeutete. Nachhaltige Materialien sowie eine durchdachte Haustechnik machen den Timber Pioneer zu einem smarten und gleichzeitig klimaschonenden Gebäude.
Der Timber Pioneer ist das erste Holzhybridgebäude Frankfurts in dieser Größenordnung. Entwickelt wurde das achtgeschossige Bauwerk im Europaviertel in direkter Nachbarschaft zum F.A.Z. Tower – dem Headquarter der Frankfurter Allgemeinen – als Joint Venture aus UBM Development und der Paulus Immobilien Group. Die Pläne stammen von Eike Becker Architekten aus Berlin. Es schließt damit eine der letzten Lücken in der Bebauung des jungen Europaviertels. Auf dem Grundstück war ursprünglich ein konventioneller Hotelbau vorgesehen. Im Zuge der Corona-Pandemie konzipierten die Investoren das Projekt allerdings grundlegend neu. Auf den bereits erstellten Untergeschossen entstand ein Bürogebäude mit rund 14.000 m² Bürofläche und 1.000 m² Einzelhandels- und Gastronomiefläche
Massive Basis trägt Holz-Hybrid-Konstruktion
Die drei Untergeschosse und das Erdgeschoss einschließlich der Decke über dem Erdgeschoss sind in konventioneller Stahlbeton-Massivbauweise errichtet; die Erschließungskerne und Brandwände in den Obergeschossen bestehen ebenfalls aus Stahlbeton bzw. Mauerwerk. Ab dem ersten Obergeschoss jedoch sind sämtliche tragenden und raumabschließenden Bauteile in Holz-Hybrid-Bauweise ausgeführt. Die Nordwand ist komplett als Vollholzwand in einer CLT-Konstruktion aufgebaut. Maßgeblichen Anteil an der erfolgreichen Umsetzung des Projekts hatte das österreichische Unternehmen Wiehag als Holzbau-Partner. Der Timber Pioneer entstand in modularer Bauweise; wichtige Bestandteile des Gebäudes wurden industriell vorgefertigt und auf der Baustelle nur noch zusammengefügt. Im oberösterreichischen Werk der Wiehag GmbH wurde Brettschichtholz zur Tragstruktur des Timber Pioneer verarbeitet. Rund 1.800 m³ Fichtenholz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern kamen anschließend mit QR-Codes versehen, auf LKW von Österreich nach Frankfurt. Ein relativ kleines Montageteam auf der Baustelle verband die Elemente im Stecksystem und verschraubte sie mit den schlanken Betonelementen zu einem stabilen Verbund.
Durch den hohen Grad an Vorfertigung und digitalisierter Prozesssteuerung entstanden pro Woche rund 1.000 m² Rohbau. Die gesamte Holz-Hybrid-Konstruktion war in nur 15 Wochen errichtet. Letztlich habe sich die komplette Bauzeit des Timber Pioneers durch die innovative Bauweise halbiert, zieht Thomas G. Winkler, CEO der UBM Development AG, Bilanz. Die Skelettbauweise ermöglicht aber auch eine einfache Demontage; die BSH-Stützen und -Träger sowie das Aluminium der Vorhangfassade lassen sich nach einem möglichen Rückbau als Baumaterial wiederverwenden oder recyceln.
Insgesamt verursacht das Gebäude durch seine Bauweise einen erheblich geringeren energetischen Fußabdruck und eine deutlich geringere CO2-Belastung der Umwelt. Die im Timber Pioneer verbauten 1.800 m³ Fichtenholz speichern langfristig rund 1.800 t CO₂. Mit einem Gewicht von rund 300 kg/m² ist der Holz-Hybrid-Bau 57 Prozent leichter als der konventionelle Massivbau mit rund 700 kg/m². Durch den ressourcenschonenden Materialeinsatz konnte der Rohbau nach Angaben der Projektbeteiligten komplett CO2-neutral realisiert werden. Das Projekt wurde mit einem DGNB-Zertifikat in Gold ausgezeichnet und spart demnach im Vergleich zum konventionellen Massivbau bis zu 80 Prozent klimaschädlicher Emissionen, 40 Prozent Material und 30 Prozent Transportkosten ein. „Holz ist das Baumaterial der Zukunft“, betont Eike Becker.
Ein Büro zum Wohlfühlen
Die Arbeitsatmosphäre im Timber Pioneer soll unvergleichlich sein, wie UBM-Deutschland-Chef Christian Berger berichtet: „Holz schafft Behaglichkeit. Das merkt man sofort. Es riecht besser, klingt ruhiger und fühlt sich einfach angenehmer an als Beton.“ Sein Unternehmen hat sich vorgenommen, in Deutschland und Österreich zum Vorreiter beim Thema Holzbau zu werden. Mehr als ein Dutzend Objekte sind bereits genehmigt oder gebaut.

Die Büroflächen im Haus sind flexibel konzipiert und ermöglichen eine adaptive Verwendung über mehrere Nutzungsgenerationen. Die Büroflächen sind so gestaltet, dass auf vielfältige Weise die Kommunikation gefördert und erleichtert wird. Im Timber Pioneer soll Arbeiten Spaß machen. Die Büronutzer befinden sich aber auch in einer Umgebung, die die Umwelt deutlich weniger belastet als herkömmliche Büroarbeitsplätze. Die regulierende Wirkung des Materials Holz verbessert das Raumklima und erzeugt so ein gesundheitsförderndes Arbeitsumfeld. Dass dies auch ein entscheidender Wirtschaftsfaktor ist, wurde mittlerweile in wissenschaftlichen Studien bewiesen. Schließlich sind leistungsfähige und motivierte Mitarbeiter eine der wichtigsten Ressourcen eines Unternehmens. Nicht zuletzt erzeugt das positive Image, das mit einem nachhaltigen und gesunden Büro verknüpft ist, eine hohe Identifikation der Mitarbeiter.
Die sichtbare Holzkonstruktion innerhalb des Gebäudes, die für diese menschlich warme Atmosphäre sorgt, ist jedoch vor allem statisch bedingt: „Bis auf eine sind alle Holzstützen im Foyer statisch wirksam – das Gebäude steht buchstäblich auf Holz“, erklärt Steffen Barkholtz, kaufmännischer Projektverantwortlicher bei UBM Development. Selbst die skulptural wirkende Treppe, die scheinbar frei von der Decke abgehängt ist, besteht komplett aus Holz. Dabei handelt es sich um eine Sonderanfertigung mit ikonischer Wirkung, die abends durch eingebaute LEDs leuchtet.
Mit dem Büroprojekt will UBM beweisen, dass sich Holz und Design nicht ausschließen, sondern ergänzen. Die Pionierarbeit für den Holzbau zeigt sich hier offen sichtbar in …
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