Dienstag, 14. April 2026

KI-Prognosen für klimafeste Wasserinfrastruktur

Mit zunehmenden Extremwetterereignissen wächst der Druck auf kommunale und industrielle Wasserinfrastrukturen. Forschende des Zukunftslabors Wasser am Zentrum für digitale Innovationen Niedersachsen (ZDIN) entwickeln datenbasierte Lösungen, um den Trinkwasserbedarf besser zu prognostizieren und Starkregen in Siedlungs-, Gewerbe- und Industriegebieten kontrolliert zu managen.

KI prognostiziert Trinkwasserbedarf

Ein Schwerpunkt liegt auf der Vorhersage des Trinkwasserbedarfs mittels Künstlicher Intelligenz. Auf Basis eines repräsentativen Datensatzes zu unterschiedlichen Haushaltstypen wird ein SARIMAX-Modell eingesetzt, das zeitliche Verbrauchsmuster analysiert und Lastspitzen identifiziert. Ergänzt um Wetterdaten des Deutschen Wetterdienstes lassen sich daraus Prognosen ableiten, die insbesondere Versorgern und Betreibern größerer Liegenschaften helfen, Pumpenbetrieb, Netzbelastung und Speicherkapazitäten vorausschauend auszulegen.

Smarte Regenwassertanks

Parallel wird mit dem „B:rain Tank“ ein smarter Regenwassertank weiterentwickelt, der an Fallrohre angeschlossen wird und bis zu 1.000 Liter Wasser puffern kann. Gesteuert über einen Raspberry Pi und Wetterdaten des DWD öffnet und schließt ein Ventil automatisiert. Mehrere vernetzte Tanks können so erhebliche Wassermengen dezentral zurückhalten, die Kanalnetze entlasten und Überflutungsrisiken auf versiegelten Industrie- und Logistikarealen reduzieren. Ein digitaler Zwilling des Tanks dient dazu, Energiebedarf, Steuerungslogik und die autarke Versorgung zu optimieren.

Digitale Plattform für die Wasserwirtschaft

Ergänzt werden diese Ansätze durch die digitale Plattform WISdoM (Water Innovation Solution Management). Sie bildet wasserwirtschaftliche Use Cases zu Niederschlag, Grundwasser und Verbrauch ab und macht sie über eine Weboberfläche interaktiv nutzbar. Für Architekturbüros sowie industrielle Bauherren eröffnen diese Werkzeuge neue Möglichkeiten, klimaangepasste Quartiere, Gewerbe- und Industrieareale mit resilienter Wasserinfrastruktur zu planen.

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