Züblin stellt Projekthaus im IN-Campus Ingolstadt fertig

Das Gebäudeensemble „Projekthaus“ ist der erste Baustein des Technologieparks „IN-Campus“ in Ingolstadt. Züblin war im Auftrag der IN-Campus GmbH, einem Joint Venture der Stadt Ingolstadt und der Audi AG, für den schlüsselfertigen Bau des Gebäudeensembles verantwortlich. Das Projekthaus besteht aus vier modular ausgerichteten Gebäuden mit je einem Erd- und Zwischengeschoss sowie bis zu fünf Obergeschossen. Darin finden sich rund 1.400 Büroarbeitsplätze, Werkstätten, Konferenzzonen und ein Restaurant. Den Baumaßnahmen unweit des Audi-Stammwerks gingen umfangreiche Bodensanierungsarbeiten auf dem ehemaligen Raffineriegelände voraus, die sich über mehrere Jahre hinzogen (wir berichteten ausführlich in der industrieBAU-Ausgabe 2/2019).

Raum für Ideen

Die Lage des Campus unweit der Donau und an der Schnittstelle zwischen städtischem Raum und Naturraum bildet ein spannungsvolles Gefüge. Zentraler Leitgedanke bei der Entwicklung des Konzeptes war die Schaffung einer attraktiven, anregenden sowie vielfältigen Arbeits- und Lebensumwelt. Im Sinne einer Vernetzung von urbanem und natürlichem Raum soll der IN(novations)Campus kein in sich geschlossenes System darstellen. Vielmehr sollen offene Strukturen und erlebbare Innovationen für eine kommunikations- und kreativfördernde Atmosphäre geschaffen werden.

Modellbasierte Realisierung mit BIM 5D

2016 gewann ein Planungsteam aus Züblin, Deerns (technische Gebäudeausrüstung), Kienleplan (Freianlagen) und Vielmo Architekten den von der IN-Campus GmbH ausgelobten Design-and-Build-Wettbewerb. Während im Projekthaus an Zukunftsideen für die Automobilbranche – wie autonomes Fahren – geforscht wird, prägten zukunftsträchtige Verfahren der Bauindustrie bereits die ersten Planungen für den Neubau: So wurde das Projekt als Design-and-Build-Auftrag abgewickelt. Züblin setzte von Beginn an zudem auf die modellbasierte Realisierung mit BIM 5D und koordinierte bereits in der Ausführungsplanung sämtliche Fachplanungen im Modell. Auch der Transportbetonabruf erfolgte über das Modell, und andere wichtige Bauteile wie die Fassadenelemente wurden über BIM 5D im digitalen Zwilling dargestellt und getrackt.
Ludger Koch, Technischer Leiter der Züblin-Direktion Bayern fasst die Vorteile zusammen: „Die Bereiche Planen und Bauen rücken immer mehr zusammen. So haben wir Chancen – aber auch Risiken – sehr früh erkannt und die Planungen danach ausgerichtet.“

Altlasten auf ehemaligem Raffinierie-Gelände

Der Technologiepark entsteht auf einem rd. 75 ha großen Areal, das jahrzehntelang von der Mineralölindustrie genutzt wurde: Daher müssen Böden und Grundwasser umfangreich gereinigt werden. Für diese anspruchsvollen Arbeiten der Baufelder 2 und 3 beauftragte die IN-Campus GmbH eine ARGE aus der Züblin Umwelttechnik GmbH, der Strabag Umwelttechnik GmbH und der Geiger Unternehmensgruppe. Neben großflächig eingesetztem, innovativem Air-Sparging und leistungsfähigem Bodenaushub im Wabenverbau werden auf dem Standort erstmalig mit PFC-belastete Böden durch eine eigens dafür konzipierte Bodenwaschanlage gereinigt. PFC ist die Abkürzung für die Stoffgruppe der per- und polyfluorierten Chemikalien. Nach erfolgreicher Sanierung erfolgte im Herbst 2020 die fristgerechte Übergabe des 20 ha großen Baufelds 2 an die Auftraggeberin. Ende 2022 sollen alle Sanierungsarbeiten abgeschlossen sein.

>> Weitere Informationen zum IN-Campus und dem Projekthaus für Zukunftstechnologien