Neues Leben für alte Industriebauten

Im bayerischen Augsburg haben in den vergangenen Jahren zahlreiche ehemalige Industrieareale und historische Baudenkmäler eine Umnutzung erfahren. Während der Frühindustrialisierung prägte vor allem die Textilindustrie die Stadt, sodass bis heute viele verlassene, massive Produktionsstätten in urbanen Lagen vorhanden sind. So wird etwa der Glaspalast, in dem sich früher eine Baumwollspinnerei befand, heute als Zentrum für Kunst, Kultur und Wirtschaft genutzt. Als ein weiteres Beispiel gilt das Fabrikschloss, ein Bürogebäude, in dem einst ebenfalls eine Spinnerei angesiedelt war. Auch eine ehemalige Weberei im Augsburger Stadtteil Pfersee wurde revitalisiert, woraufhin 44.000 qm Nutzfläche für gewerbliche Zwecke entstanden sind.

Das SchlachthofQuartier

Neben Immobilien mit einer Vergangenheit in der Textilbranche, gilt auch das ehemals zweitgrößte Schlachtzentrum im Freistaat, das heute unter dem Namen „SchlachthofQuartier“ bekannt ist, zu den erfolgreichen Umnutzungsprojekten in Augsburg. Das Unternehmen Dierig Textilwerke kaufte 2006 den ersten Teil des Geländes und investierte insgesamt rund 14 Mio. Euro in den Standort. Nach der Sanierung, die zwölf Jahre andauerte, ist hier ein Viertel mit Restaurants, einer Biobäckerei, einer Brauerei, einem Fitnessstudio, Produktionsstätten, Schulungseinrichtungen und Büroflächen entstanden.