Donnerstag, 22. Januar 2026

„Umgedrehte Kommode“: Vom Denkmal zu Mixed-Use

Nach Übergabe der Baugenehmigung für die sogenannte Umgedrehte Kommode in Bremen gibt es nach vielen Jahren des Stillstands eine klare Perspektive für den denkmalgeschützten Wasserturm auf dem Stadtwerder. „Die Baugenehmigung gehört zu den ersten in Bremen, bei denen die neuen, erleichterten Genehmigungsmöglichkeiten nach der Änderung des Baugesetzbuches angewendet wurden. Auf dieser Grundlage konnte die Baubehörde Befreiungen vom Bebauungsplan erteilen. So war es möglich, die Genehmigung für die Umnutzung noch in diesem Jahr zu erteilen – ohne ein langwieriges Änderungsverfahren“, erklärte Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung, Özlem Ünsal, im Dezember 2025.

Geplant sind 28 Wohnungen im Wasserturm mit Grundrissen zwischen 50 und 250 qm; ergänzt wird das Projekt durch Flächen im Erd- und Untergeschoss, die teils öffentlich genutzt werden sollen sowie durch Büroflächen im benachbarten Kesselhaus und Gastronomie im Brunnenhaus.

Industriellen Charme bewahren

Die Baugenehmigung konnte in nur vier Monaten erteilt werden – ein gutes Beispiel für eine rundum abgestimmte Planung und dem Willen aller beteiligten Akteure für dieses anspruchsvolle Vorhaben. Vorausgegangen war ein zweiphasiger Hochbauwettbewerb, der im vergangenen Jahr das Bremer Büro Westphal Architekten BDA für sich entschied. „Wir haben uns der Aufgabe mit großem Respekt vor der Geschichte des Wasserturms genähert“, erläutert Architekt Jost Westphal. „Unser Ziel war es, die charakteristische Silhouette und den industriellen Charme zu bewahren und gleichzeitig Räume zu schaffen, die heutigen Wohn- und Arbeitsansprüchen gerecht werden. Der Entwurf versteht sich als behutsame Weiterentwicklung.“

Über ein weiteres Projekt von Westphal Architekten lesen Sie hier.

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