Freitag, 23. Februar 2024

U-Halle Sieger beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis Architektur

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB) kürte den Umbau der U-Halle in Mannheim zum Sieger des Deutschen Nachhaltigkeitspreises Architektur. Das Projekt konnte sich damit gegen die beiden Mitbewerber, die Bundesgeschäftsstelle des Deutschen Alpenvereins und die Revitalisierung des Congress Center Hamburg, durchsetzen. Mit ihrer Wahl würdigt die Jury die Umnutzung eines ehemaligen Distributionszentrums der US-Streitkräfte in einen zeitgemäßen Ausstellungs- und Veranstaltungsort für die Bundesgartenschau BUGA 23. Das Umbauprojekt überzeugte außerdem mit einem stimmigen Nachnutzungskonzept über die BUGA hinaus. Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis Architektur wurde zum elften Mal von der DGNB und der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V. und mit Unterstützung durch die Bundesarchitektenkammer, dem Bund Deutscher Architekten und der Bundesstiftung Baukultur sowie dem Hersteller Caparol verliehen.

Zeitgemäße Nachnutzung

„Bestand erhalten und diesen sinnvoll weiternutzen ist das Gebot der Stunde“, sagte Prof. Amandus Samsøe Sattler, DGNB-Präsident und Vorsitzender der Jury, anlässlich der Preisverleihung am 24. November. Das Projekt sei ein positives Beispiel für den Umgang mit der gebauten Umwelt. Die schlichte, insgesamt 700 m lange ehemalige Lagerhalle auf dem Spinelli-Militärgelände wurde in einen prägnanten Ort mit Flächen für Veranstaltungen, Ausstellungen und Gastronomie verwandelt. Der Entwurf vom Berliner Architekturbüro Hütten & Paläste setzte spannende Impulse für eine zeitgemäße Nachnutzung, die nicht nur zusätzliche graue Energie vermeidet, sondern auch zur Bewahrung der Identität des Ortes beiträgt.

Recycling statt Neubau

Auf der 20.000 m² großen Fläche konnten die Planer das Gebäude so für weitere Lebenszyklen ertüchtigten, dass es vielfältig genutzt und nachhaltig verändert werden kann. Rück-, Um-, Aus- und Weiterbau erfolgten weitestgehend zirkulär. Materialien aus dem Rückbau finden sich heute an anderer Stelle wieder. Beispielsweise wurde Betonbruch zur Geländemodellierung verwendet. Ehemalige Dachpaneele wurden zu Sichtschutz, Trenn- und Fassadenelementen umfunktioniert. Sämtliche Konstruktionen können zudem sortenrein rückgebaut werden. Das segmentweise Öffnen des vormals monotonen Hallengebäudes schafft neue, spannende Raumzusammenhänge. Die Tragstruktur bleibt in allen Bereichen sichtbar, der Bestand wurde lediglich ausgebessert und repariert, Bruchstellen blieben als solche bestehen, neu eingebrachte Bauteile sind klar ablesbar. Entstanden ist eine Collage aus Alt und Neu, wobei die entsiegelten Freiflächen einen wesentlichen Beitrag zur Biodiversität leisten.

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