Streckmetallfassade für Parkhaus in Wiesbaden

Das Züricher Planungsbüro BHSF Architekten und Claus en Kaan Architecten aus Amsterdam gewannen im Februar 2011 den Wettbewerb für den Ersatzneubau eines abgerissenen Parkhauses an der Coulinstraße im historischen Kern Wiesbadens. Um die teils widersprüchlichen Anforderungen bezüglich Maßstab, Geometrie, konstruktiver Freiheit und Ausdruck in eine städtebaulich und architektonisch überzeugende Lösung zu überführen, wurde eine Strategie der „diskreten Eleganz“ angewendet. Das Ein- und Ausfahrtsgeschoss auf dem Niveau der Coulinstraße wird als offene Fuge ausgebildet, das den Körper in einen Sockel und eine darüber schwebende Krone teilt. Der Sockel nimmt die Fluchten der angrenzenden Gebäude der Fußgängerzone auf. Entlang der Coulinstraße folgt der Baukörper dem Straßenverlauf mit einem Knick. Auf der Suche nach einem adäquaten Ausdruck für ein innerstädtisches Parkhaus griffen die Planer auf ein einfaches, aber ästhetisches Industrieprodukt zurück, ein grobmaschiges, plastisch strukturiertes Streckmetall. Das eloxierte Aluminium verleiht dem Bau Leichtigkeit und bindet ihn farblich in die helle Nachbarbebauung ein. Das Relief der leicht glänzenden Oberfläche und der Öffnungsanteil von knapp 50 Prozent sorgen für eine Erscheinung, die mit der Tageszeit und dem Standpunkt des Betrachters kontinuierlich wechselt. Im Bereich des oberen Volumens wird das Streckmetall nur mit minimalen Fugen angebracht. Wie ein straff gespanntes Netz umschließt es den prismatischen Körper und betont dessen außergewöhnliche Figur. An der Sockelfassade werden die Bleche im Rhythmus des Stützenrasters in breite und schmale Segmente unterschieden. Vertikale Abkantungen an den Fugen verstärken die horizontale Rhythmisierung als Kontinuum der klassizistischen Nachbarschaft.