Ricola baut auf Lehm

Spatenstich für das Kräuterzentrum vom Bonbon-Hersteller Ricola: Der langgezogene Neubau nach einem Entwurf des Basler Architekturbüros Herzog & de Meuron bekommt eine Fassade aus Stampflehm. Das Material stammt aus Steinbrüchen und Lehmgruben der direkten Umgebung. Lehm, Mergel und Aushubmaterial werden gemischt, in einer Schalung gestampft und schließlich in Blöcken schichtweise versetzt. Die Fugen können durch die Plastizität des Lehms leicht retuschiert werden, sodass ein homogener Baukörper entsteht. Große runde Fenster belichten die Innenräume. Die Fassade ist selbsttragend und wird lediglich an die innenliegende Tragstruktur aus Beton angedockt. Das archaische Material hat eine ausgleichende Wirkung auf Temperatur und Feuchtigkeit. Dadurch muss das Gebäude weniger klimatisiert werden, was sich wiederum positiv auf die Energiebilanz auswirken soll. Wenn dennoch geheizt werden muss, wird dazu die Abwärme aus der unmittelbar nebenan gelegenen Bonbonfabrik genutzt. Die Solarpanels auf dem Dach des Gebäudes sollen den Großteil der benötigten Energie erzeugen. Aus heimischem Boden werden vor Ort Fassaden-Elemente produziert, die bis 2014 zu Europas größtem Lehmbau verbaut werden.

Kräuterverarbeitung unter einem Dach

In gut einem Jahr wird die gesamte Kräuterverarbeitung Ricolas – Trocknen, Schneiden, Mischen und Lagern – am selben Standort vereint. Dies optimiert die gesamten Produktionsprozesse durch kurze Wege und den Einsatz modernster Produktionsanlagen.

Ricola bekennt sich mit dem Bau in mehrerer Hinsicht für den Standort Schweiz und seine Heimat Laufen. Die selbstauferlegten Ziele im Bereich Ökologie und Nachhaltigkeit werden konsequent verfolgt: Transporteffizienz und vernünftiger Umgang mit Ressourcen stehen bei diesem Projekt im Vordergrund. Das neue Gebäude wird komplett aus Laufentaler Lehm gebaut. Die Fassadenelemente werden von der Lehm Ton Erde Baukunst GmbH (LTE) – dem Spezialisten aus Vorarlberg – in einer temporär eingerichteten Produktionshalle im Nachbarort Zwingen in einem neu entwickelten Verfahren gefertigt.

Eng verbunden mit Herzog & de Meuron

Jacques Herzog und Pierre de Meuron haben mit dem Kräuterzentrum bereits das fünfte Gebäude für Ricola gestaltet. „In den letzten 30 Jahren durften wir für Ricola ein einzigartiges Ensemble von Bauten realisieren, an dem die Entwicklung unserer Architekturauffassung nachvollziehbar wird“, erklärt Jacques Herzog.