O&O Baukunst gewinnt Wettbewerb für Siemensstadt 2.0

Die Historie des Bauareals reicht zurück bis 1897. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf 600 Mio. Euro. Siebzehn Architektur- und Stadtplanungsbüros beteiligten sich an dem Wettbewerb. Die Auslobungsunterlagen füllen mehr als 200 Seiten. Insgesamt umfasst das zu entwickelnde Quartier in Berlin-Spandau rund 70 ha. Die Rede ist von der Siemensstadt 2.0.

Der Siegerentwurf von O&O Baukunst

Neben Büro- und Produktionsflächen sowie Platz für Einzelhandel und Gastronomie soll die Siemensstadt 2.0 in Berlin auch Areale für Hotellerie und Wohnraum bieten. Das Zentrum des Entwurfs von O&O Baukunst bildet ein Hochhaus, vor dem sich ein Stadtplatz befinden soll. Darum herum gruppieren sich die übrigen Gebäude, wobei 60 m hohe Bauwerke die Zugänge zur Siemensstadt markieren. Die denkmalgeschützten Immobilien bleiben erhalten und erfahren eine Umnutzung: So sollen beispielsweise die bisherigen Schaltwerkhallen künftig als öffentliche und kulturelle Flächen dienen, in das ehemalige Schaltwerkhochhaus sollen Büros, Wohnungen und ein Hotel ziehen. Kontrastiv zum bislang geschlossenen Industrieareal, eliminiert der Entwurf lange Straßen und Achsen und öffnet die 70 ha große Fläche für die Öffentlichkeit. Darüber hinaus soll das gesamte Quartier durch innovative Lösungen (Mobilitätskonzepte, Digitalisierung Künstliche Intelligenz, etc.) im Betrieb CO2-neutral arbeiten. Was bisher noch wie Zukunftsmusik klingt, soll mit dem geplanten Baubeginn ab 2022 Wirklichkeit werden.

Was bisher geschah…

Im Juli 2019 lobte die Siemens AG den Architekturwettbewerb für das Großprojekt Siemensstadt 2.0 aus. Dabei handelt es sich um ein Gebiet an der Nonnendammallee im Stadtteil Berlin-Spandau, im Nordwesten der Hauptstadt. Seit 1897 sitzt das Unternehmen bereits auf dem Areal, 2018 gab die Firma dann bekannt, den Traditionsstandort, bekannt als Siemensstadt, modernisieren zu wollen.

In zwei Bürgerforen und der Online-Plattform „Let´s talk #Siemensstadt 2.0“ konnte sich die Öffentlichkeit im Sommer in Zusammenarbeit mit Siemens, dem Land Berlin sowie dem Bezirk Spandau in die Pläne für das künftige Stadtquartier einbringen. Am 7. und 8. Januar 2020 tagte die Jury und kürte anschließend O&O Baukunst zum Gewinner des städtebaulichen Wettbewerbs. Die Berliner Architekten kooperierten bei dem eingereichten Entwurf mit dem Büro Capatti Staubach Urbane Landschaften.

Weitere Bauprojekte von Siemens finden Sie hier: www.industriebau-online.de/?s=siemens