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Max-Planck-Institut für Festkörperforschung, Stuttgart

5. Dezember 2012 – 09:00

Bild: Wolf-Dieter Gericke

Hammeskrause Architekten BDA aus Stuttgart haben mit ihrem Entwurf des Max-Planck-Instituts für Festkörperforschung auf dem Campus in Stuttgart-Büsnau ein derzeit weltweit einzigartiges Präzisionslabor für die Nanoforschung realisieren können. Der Bau besticht durch das Interferenzmuster der Fassade sowie die statische Entkopplung und elektromagnetische Abschirmung der Laborboxen im Innern.

Um die Messungen auf hohem Niveau unter störungsfreien Bedingungen ermöglichen zu können, musste jeder einzelne Prüfstand schwingungstechnisch entkoppelt werden. Die einzelnen Fundamente messen teilweise 3 m auf 5 m und verfügen über eine Höhe von etwa 3 m, sodass jedes einzelne Messlabor ein etwa 100 t schweres Betonfundament besitzt. Die Fundamentblöcke wiederum werden über Luftfedern nivelliert und ruhen auf passiven Schwingungsdämpfern. Bei Bedarf können weitere aktive Schwingungsdämpfer zugeschaltet werden.

Insgesamt sind die einzelnen Boxen wie ein Faraday’scher Käfig ausgebildet. Dipl.-Ing. Konrad Wettemann, vom Ingenieurbüro Weiske + Partner, das mit der Tragwerksplanung beauftragt war, fasst zusammen: „Die Sensibilität der Versuche wirkt sich auch auf die Planung des Tragwerkes aus. Die Verwendung von magnetisch leitenden Teilen musste dabei im unmittelbaren Versuchsbereich ausgeschlossen werden. Stahl war somit als Bewehrungsmaterial nicht geeignet“. Die gewählte Bewehrung aus Glasfaser erfüllt vergleichbare Eigenschaften wie Betonstahl, ohne jedoch elektromagnetisch zu leiten.

Die Grundidee für die Fassade hat sich seitens der Architekten aus der Beobachtung der wissenschaftlichen Arbeit ergeben. So wie man mit der Spitze eines Rastertunnelmikroskops immer näher an die zu untersuchende Materie heranfährt, bis man das Atom sieht, soll das Interferenzmuster der Fassade diesen Vorgang auf die Außenerscheinung des Gebäudes übertragen. Die Fassade der Halle ist mit Aluminiumstrangpressprofilen verkleidet, die vertikal ausgerichtet sind. Das Anbringen der Aluminiumprofile in zwei übereinanderliegenden Ebenen und die Ausrichtung in unterschiedlichen Abständen führt je nach Winkel und Tiefe zu unterschiedlichen Interferenzmustern und das Muster scheint sich zu bewegen. Abhängig von der Perspektive des Betrachters ergeben sich immer neue Ansichten des Gebäudes. Derzeit wird das Präzisionslabor sukzessive in Betrieb genommen und auch die Forschungseinrichtungen werden nach und nach aufgebaut.

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