LMU Klinikum Großhadern – HENN und C.F. Møller gewinnen Wettbewerb

In München beginnt der Wandel des Universitätsklinikums Großhadern hin zu einem neuen Campus in einer grünen, vernetzten und freundlichen Umgebung für zukunftsfähige medizinische Versorgung, Forschung und Lehre. HENN (München/Berlin/Peking) und C.F. Møller Architects (Berlin/Aarhus) gewannen den ersten Preis in einem internationalen Wettbewerb für den Neubau des LMU Klinikum-Campus Großhadern. Mit ihrem Entwurf konnten sie sich gegen 17 andere Planungsteams durchsetzen. Der neue Campus zeichnet sich durch eine maximierte Aufenthaltsqualität mit betontem Grünraum und Belichtung, sowie ein Konzept der kurzen Wege und ein modulares Baufeld-System, das sich über das Krankenhaus hinaus sinnvoll und nachhaltig weiterentwickeln kann, aus.

Insgesamt sechs neue Klinikzentren umfasst der Neubau und ist damit das umfangreichste staatliche Bauprojekt in Bayern seit dem Bau des Krankenhauses in den 1960er/70er Jahren. Der aktuelle Planungswettbewerb betrifft den ersten Bauabschnitt des Großprojekts, in dem auf einer Gesamtfläche von rund 70.000 m² drei medizinische Zentren entstehen werden. Sie bilden etwa 60 Prozent des gesamten Bauvolumens des neuen Krankenhauses.

Natur als heilendes Element

Zentrales Motiv des Entwurfs bildet der Park als Begegnungsraum für Besucher, Patienten, Wissenschaftler und Studierende. Die Verflechtung zwischen dem Park und der Magistrale stellt die Besonderheit des vorliegenden Masterplans dar. Naturelemente werden konsequent in das strukturelle Zentrum des Krankenhauses eingeflochten. Das landschaftliche Konzept soll der Entfaltung atmosphärischer Vielfalt, dem Wohlbefinden und dem Genesungsprozess der Patienten dienen. „Für uns ist die Integration der Natur als heilendes Element sowie die ökologische Nachhaltigkeit von besonderer Bedeutung“, betont Marcus Fissan, Partner bei HENN.

Modular im menschlichen Maßstab

Der Masterplan fokussiert auf kurze Wege, klare Orientierung und einladendes Design. Die Bestandsbauten machen Platz für ein in sich stimmiges und zugängliches Gebäudeensemble. Eine kleinteiligere, stadtähnliche Silhouette wandelt die bestehende uniforme „Gesundheitsfabrik“ in ein abwechslungsreiches, urbanes und menschliches Erscheinungsbild um. Das Gesamtvolumen setzt sich aus Modulen zusammen, die trotz einer hohen Flächeneffizienz das Bild einer aufgelockerten Bebauung vermitteln.

So urteilt die Jury

„Der Entwurf erfüllt überzeugend die hohen Erwartungen an Funktionalität, abschnittsweise Realisierung, Wirtschaftlichkeit und technische Machbarkeit. Gleichzeitig schafft der Entwurf es, in seiner äußeren und inneren Gestaltung durch das gewählte Farb- und Materialkonzept die Ansprüche der Patienten, Besucher und Mitarbeiter an eine behagliche, dem Menschen zugewandte Atmosphäre im Klinikum zu erfüllen“, fasst Markus Hammes, freier Architekt BDA und Vorsitzender des Preisgerichtes, das Votum der Jury zusammen.