Samstag, 13. Juli 2024

Scope: Kantinen-Update in Blau

Wer sich unter dem Umbau der Betriebskantine des Zweckverbands Bodensee-Wasserversorgung eine zweckmäßige Runderneuerung in neutralem Grau-Beige vorstellt, wird beim Stuttgarter Sanierungsprojekt eines Besseren belehrt. Öffentliche und halböffentliche Auftraggeber betonen oft Budgetzwänge, die selten zu aufregenden Raumerlebnissen führen. Die Zusammenarbeit mit Scope Architekten jedoch brachte neuen Glanz in die Kantine und taucht sie in tiefe Blautöne. Nach rund neun Monaten Sanierungszeit hat das Planungsteam eine zukunftsfähige Mischung aus Restaurant, Lounge, Coffeepoint und Meeting-Fläche geschaffen. Entstanden ist ein Ort der Begegnung, Vernetzung und Erholung.

Ort der Begegnung

So sah die Kantine vor der Umgestaltung aus, allerdings zu Zeiten der Corona-Einschränkungen und somit nicht im Regelbetrieb.
Bild: Zweckverband
Bodensee-Wasserversorgung

Die ehemalige Mitarbeiterkantine des Zweckverbands Bodensee-Wasserversorgung am Unternehmenshauptsitz in Stuttgart-Vaihingen erfüllte schon lange nicht mehr die Anforderungen einer modernen Arbeitswelt. Ziel der Umgestaltung war es, ein kommunikatives Herz des Unternehmens zu schaffen, das den Mitarbeitenden mehr Freiraum in der Pausengestaltung bietet sowie Gemeinschaft, Identität und Kommunikation fördert – auch außerhalb der Mittagszeiten. Unterschiedliche Bereiche sollen auch für interne Meetings, temporäres Arbeiten oder individuelle Pausen genutzt werden.

Kleine Fläche, große Wirkung

Wie konnten auf der nur 240 m² großen Fläche möglichst vielfältige Sitz- und Aufenthaltsmöglichkeiten geschaffen werden? Im Fokus des Umbau-Konzeptes stand eine Beruhigung des inhomogenen Raumes durch klare Zonierung und Wegeführung. Eine Welcome Wall empfängt Besucher beim Betreten der Kantine. Sie transportiert über eine stilisierte Grafik des Bodensees den Markenkern des Unternehmens und beruhigt gleichzeitig den Raum. Mit 38 Sitzplätzen fungiert der flexibel nutzbare „Tummelplatz“ als sozialer Mittelpunkt der Kantine. Stoffbespannte Tubes dienen zur optischen und akustischen Trennung der Fläche – und sorgen gemeinsam mit der akustisch wirksamen Decke für eine gedämpfte Atmosphäre. Gleichzeitig lassen sie als mobile Wandlösung verschiedene Bestuhlungsvarianten und Nutzungsszenarien wie beispielsweise interne Feiern, Workshops oder Betriebsversammlungen zu.

Flexibilität für unterschiedliche Bereiche

Rückzugsmöglichkeiten zum Essen oder für den Austausch untereinander finden die Mitarbeitenden im „Hochsitz“. Von dort lässt sich das rege Kantinenleben beobachten. Während das „Blaue Eck“ Raum für Privatsphäre und vertrauliche Gespräche schafft, bietet die gemütliche „Bibliothek“ noch mehr Ruhe und Kontemplation. Dank integrierter Medientechnik lässt sich der Leseraum aber auch als moderne Meetingzone für spontane Besprechungen nutzen. Auf dem angrenzenden „Sonnendeck“ können die Mitarbeitenden an der frischen Luft neue Energie tanken.

Blautöne, warme Materialien und runde Elemente machen den Markenkern der Bodensee-Wasserversorgung erlebbar.
Bild: Zooey Braun/Scope

Formen und Farben schaffen Identifikation

Verschiedene Blaunuancen und natürliche Materialien dominieren den Innenraum. Während dunkle Blautöne Harmonie und Weite ausstrahlen, verbreiten helle Nuancen Klarheit und Frische. Der Einsatz natürlicher Materialien sowie die Farbwahl verleihen der Corporate Identity der Bodensee-Wasserversorgung Ausdruck. Mit dem Wechselspiel aus Hell und Dunkel, Dynamik und Ruhe sowie von Glas, Holz und Metall schaffen Scope einen lebendigen Innenraum mit hoher Aufenthaltsqualität. Pflanzen und indirekte Beleuchtung unterstreichen die positive Atmosphäre.

Runde Elemente, die an Wasserblasen erinnern, wiederholen sich im gesamten Innenraum und verleihen den einzelnen Bereichen ein ganzheitliches Bild. Warme Materialien wie Holz und Filz stehen in harmonischem Kontrast zu Glas und kühlem Aluminium. Der Einsatz von Waschbeton im Innenausbau orientiert sich am Motiv von im Wasser geschliffenen Flusskieseln. Der Auftrag an Scope Architekten hat bei der Revitalisierung besonderen Wert auf Nachhaltigkeit gelegt: Die Kantine wurde in ihrer Grundsubstanz erhalten und die Haustechnik komplett erneuert. Außerdem wurden möglichst sortenreine Materialien und langlebige Produkte eingesetzt.

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