Preise im Bundeswettbewerb HolzbauPlus vergeben

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat zum zweiten Mal im Bauherrenwettbewerb HolzbauPlus innovative und richtungsweisende Bauvorhaben ausgezeichnet, die einen hohen Anteil an Holz und weiteren nachwachsenden Rohstoffen in maßgeblichem Umfang einsetzen. Neben je zwei ersten und zweiten Preisen für Projekte aus dem Wohnungsbau setzte die Jury einen Akzent in der Kategorie „Öffentliches Bauen“. So erhielt das Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz den ersten Preis im Bereich Neubau für sein neues Verwaltungsgebäude in Tirschenreuth. Das Gebäude für 150 Mitarbeiter wurde komplett als Holzrahmenkonstruktion vorgefertigt und hat eine signifikante Fassade aus Holzelementen mit einer für die Region typischen roten Farbgebung. Wand- und Deckenflächen im Innenbereich des mit nachwachsenden Rohstoffen gedämmten Gebäudes sind überwiegend holzsichtig belassen. Einen zweiten Preis erhält das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten für den Neubau des Steigerwald-Zentrums im Landkreis Schweinfurt.

Lobende Erwähnung für Industriebau

HolzbauPlus: via traffic controlling in Leverkusen. Bild: Olaf Rohl
via traffic controlling in Leverkusen. Bild: Olaf Rohl

Eine lobende Erwähnung erhielt unter anderen die via traffic controlling GmbH für ihre neue Fertigungshalle mit Verwaltungsteil, obwohl hier abweichend von den Zielsetzungen des Wettbewerbs keine nachwachsenden Dämmstoffe in Außenwand und Dach verwendet wurden. Die Jury will mit dieser Wahl darauf aufmerksam machen, dass derzeit aufgrund geltender Vorschriften in Landesbauordnungen bei Industriebauten die Verwendung nachwachsender Dämmstoffe in mehrgeschossigen Bauten wegen bestehender Brandschutzbestimmungen nur sehr eingeschränkt möglich ist. Angesichts eines erheblichen Entwicklungspotenzials bei Materialeigenschaften und der Ausgestaltung ordnungsrechtlicher Vorgaben bestehe jedoch die Hoffnung, ähnliche Gebäude in Zukunft mit einem höheren Einsatz nachwachsender Baustoffe realisieren zu können.

Die energieoptimierte Fertigungshalle mit Verwaltungsteil, einer Bruttogeschossfläche von ca. 1.450 m2 und einer Kubatur von ca. 8.400 m³ , wurde als reine Holzbaukonstruktion, deutlich unterhalb der Primärenergiekennwerte der EnEV 2009, mit einem Gesamt-Primärenergiebedarf von lediglich 49,9 kWh/m²a, realisiert. Der kompakte Baukörper von via traffic führt die administrativen, die entwicklungstechnischen sowie die fertigungsbezogenen Tätigkeiten der Mitarbeiter zusammen und generiert Synergien der Bereiche untereinander. Für Entwurf und Realisierung zeichneten Banz + Riecks Architekten BDA aus Bochum verantwortlich.