DGNB gründet Allianz für CO2-Entnahme im Bau

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) hat am 23. September 2026 in Stuttgart die Allianz für CO2-Entnahme im Bau gegründet. Das Ziel der Initiative ist es, die Potenziale einer langfristigen Kohlenstoffspeicherung in der gebauten Umwelt auszuschöpfen. Dafür will sie Wissen aufbauen und in die Anwendung bringen. Zudem setzt sie sich dafür ein, dass bessere Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Für das Erreichen der Klimaziele ist die konsequente Reduktion von Treibhausgasemissionen unerlässlich, reicht allein jedoch nicht aus. Zusätzlich muss CO2 aus der Atmosphäre entnommen und dauerhaft gespeichert werden.

Gründungsveranstaltung der Allianz für CO2-Entnahme im Bau im September. Bild: DGNB

„CO2-Entnahme ist kein Ersatz für die Dekarbonisierung und kein Freifahrtschein für Emissionen, sondern eine Ergänzung für schwer vermeidbare Restemissionen und bereits in der Atmosphäre angereichertes CO2. Mit der Allianz schaffen wir eine gemeinsame Plattform, um geeignete Lösungen in die Anwendung zu bringen“, erklärt Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand der DGNB.

Die gebaute Umwelt kann einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Speicherung von Kohlenstoff leisten. Biogene Baustoffe, Biokohle, mineralische Prozesse wie beschleunigte Verwitterung und Karbonatisierung oder technische Lösungen mit CO2-Abscheidung und -Speicherung bieten verschiedene Wege, Kohlenstoff zu binden und über lange Zeiträume in Gebäuden und Infrastruktur zu speichern.

Regulatorischer Rahmen

Im Fokus für die Allianz stand das europäische Carbon Removals and Carbon Farming Certification Framework (CRCF). Damit entsteht erstmals ein regulatorischer Rahmen, um die Klimawirkung von CO2-Entnahme und Kohlenstoffspeicherung messbar, vergleichbar und zertifizierbar zu machen.

Die Schirmherrschaft der Allianz übernimmt Thomas Kralinski, Leiter der Abteilung Nationaler und Europäischer Klimaschutz im Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. 52 Gründungsmitglieder gehören der Allianz zum Start an. Sie formen ein breites Bündnis aus Bauwirtschaft und Baustoffindustrie, Architektur und Planung, Beratung, Forschung und Zertifizierung, Verbänden, Wirtschaftsförderung und öffentlicher Hand.

Begleitende Studie

Parallel zur Gründung der Allianz bereitet die DGNB gemeinsam mit der WoodenValley gGmbH eine Studie zur praktischen Anwendung des CRCF im Gebäudesektor vor. Anhand realer Organisationen und Bauprojekte soll gemeinsam mit Marktteilnehmenden untersucht werden, welche Daten und Nachweise benötigt werden, wie Verifizierung und Zertifizierung praktisch funktionieren und welches Potenzial Kohlenstoffspeicherzertifikate für Gebäude haben.

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