Das Gebäude als Maschine

Produktionsgebäude muten meist eher gewöhnlich an. Dass man ein solches Gebäude auch in der Vertikalen entwickeln kann, beweisen die niederländischen Architekten Royal HaskoningDHV aus Eindhoven. Die vorhandene Röntgenröhrenfabrik des Unternehmens PANalytical in Eindhoven konnte nicht länger den Anforderungen an eine hochtechnologische Produktionseinrichtung gerecht werden. Um weiterhin eine Spitzenstellung zu behaupten, plante PANalytical daher ein vollständig neues, dreigeschossiges Produktionsgebäude für Röntgenröhren in Eindhoven.

Architektonisches Konzept

Als Ergebnis der virtuellen Entwurfs- und Konstruktionsüberlegungen entstand ein mehrstöckiges Produktionsgebäude. Dieses wird zum einen dem eingeschränkten vorhandenen Platz auf dem Baugrundstück gerecht und ergibt zum anderen logistische Vorteile bei der Lagerung. Die Geschosse haben jeweils einen direkten Bezug zum Produktionsprozess von der Vorfertigung bis zum fertigen Produkt. Eine Art Paternoster über mehrere Geschosse verbindet die unterschiedlichen Gebäudeebenen untereinander und bildet den Dreh- und Angelpunkt des logistischen Systems. Das Gebäude funktioniert somit wie eine Maschine.

Alle Funktionen, die sich auf den Produktionsprozess beziehen, vom ersten Grundgedanken über die Entwicklung und die Produktion bis hin zum Verkauf, befinden sich rund um ein Atrium. Dabei funktioniert das Atrium als Kommunikationsort und garantiert Synergien zwischen den einzelnen Bereichen und insbesondere auch zwischen den Mitarbeitern. Auch informellen Treffen oder für die Erholung bietet das Atrium Raum und dient als Katalysator. Besucher, die das Gebäude durch das Atrium betreten, bekommen bereits eine erste Idee dessen, was im Inneren des Gebäudes stattfindet. Während die Glaswand zu den gestapelten Produktionsebenen hin den Prozess der High-end-Produktion sichtbar macht, zeigt die partiell perforierte Wand zum Forschungsbereich hin lediglich einen ersten Eindruck der dort entstehenden Trends und Innovationen für die Zukunft.