BMW baut Werk in Leipzig aus

Die BMW Group investiert mehr als 300 Millionen Euro in das Werk Leipzig. Ziel der Erweiterung und Modernisierung von Karosseriebau, Lackiererei, Montage und im Bereich Logistik ist der Ausbau der vorhandenen Produktionskapazität. Sie soll von derzeit etwa 250.000 Einheiten pro Jahr auf rund 350.000 im Jahr 2020 steigen. Nachdem Flexibilität in der Automobilproduktion massiv an Bedeutung gewinnt, wird es künftig möglich sein, in den bestehenden Fertigungsstrukturen auch vollelektrische Fahrzeuge zu produzieren.

Das BMW Group Werk Leipzig startete im März 2005 mit 2.000 Mitarbeitern die Serienproduktion. Seitdem sind über 3.300 neue BMW Arbeitsplätze hinzugekommen. Seit Beginn der Serienproduktion im März 2005 investierte der Autobauer insgesamt rund 3 Milliarden Euro in den Standort.

Lackiererei – größer, effizienter und noch ressourcenschonender

Im Zentrum des Ausbaus steht die Erweiterung der Lackiererei. Diese erhält auf einer Fläche von 11.950 m² und auf einer Länge von 300 m einen nördlichen und südlichen Anbau. Wesentliche Neuerung ist hierbei eine zweite vollautomatische Decklacklinie im südlichen Anbau sowie eine neue Vorbehandlungsanlage und eine kathodische Tauchlackierung im nördlichen Bereich. Dieser Schritt erhöht die Lackierkapazitäten um mehr als 40 Prozent. Mit der Einführung der modernen IPP Lackiertechnologie (Integrated Paint Process; Füllerlose Lackierung) können außerdem der Energieverbrauch je Einheit um 15 Prozent, der Wasserverbrauch um rund 30 Prozent und das Abwasseraufkommen um 45 Prozent gesenkt werden. Die bestehende Lackierlinie wird ebenso mittelfristig auf diese noch ressourcenschonendere Technologie umgestellt.

Karosseriebau – neue Industrieroboter und mehr

Auch im Karosseriebau modifiziert BMW Strukturen und Prozessanlagen. Hinzu kommen Anpassungen in der Fördertechnik. Zusätzlich bereitet man den gezielten Einsatz von Mensch-Roboter-Kollaborations-Systemen vor. Diese Anlagen kommen ohne trennenden Sicherheitszaun aus und unterstützen die Mitarbeiter besser bei ihrer Arbeit. Ein Beispiel ist die bereits bestehende Scheibenklebe-Anlage bei der Produktion des BMW i3. Hinzu kommt in der Montage die Erweiterung der bestehenden Gebäudestrukturen um rund 3.500 m² Grundfläche. Das schafft Raum für zusätzliche Arbeitstakte künftiger Modelle.

Logistik – optimierter Warenfluss und Pilotprojekte für emissionsfreien Transport

Eine perfekt funktionierende Logistik ist das Rückgrat der Automobilproduktion. Mehrere tausend Teilepositionen sind je nach individuellen Wünschen der Käufer pro Fahrzeug zu verbauen. Entsprechend stehen Prozessanpassungen und Optimierungen der Materialflusssysteme mit im Fokus der Investitionen in den Standort. Die sogenannte Wertstrom-Orientierung steht vereinfacht ausgedrückt als Synonym für kurze, effiziente, durchdachte und damit verschwendungsfreie Teileströme und Abläufe im Werk.

In einem Pilotprojekt testet das Werk außerdem mit Kooperationspartnern den Einsatz von wasserstoffbetriebenen Flurförderzeugen im Sinne einer emissionsfreien Logistik auf dem Gelände – H2-Innenbetankung eingeschlossen.