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Baukultur im Industriebau muss Chefsache werden

3. August 2018 – 08:54

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Bild: Bundesstiftung Baukultur/Till Budde

Als Referent beim industrieBAU-Tag 2018 am 27. September 2018 in Leverkusen bezieht Dipl.-Ing. Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender Bundesstiftung Baukultur, Stellung für mehr Baukultur im Industriebau. Im Kurzinterview mit der Redaktion von industrieBAU gibt er einen Ausblick auf die Themen seines Vortrags.

Warum brauchen wir Baukultur im Industriebau?

Industriebauten sind zunächst Zweckbauten, deren möglichst kluge Konstruktion der Funktion dient. Tatsächlich spielt die Gestaltqualität als dritte Kraft eine ebenso große Rolle. Als Visitenkarte für das Unternehmen, als Identifikationsmerkmal für die Mitarbeiter oder als gemeinschaftsbildender Beitrag für das Stadt- und Ortsbild. Industriearchitektur war früher Symbol für Innovation und Zukunftsorientierung, und damit auch Vorreiter für Architekturstile. Historische Industriebauten sind inzwischen architektonische Highlights, von der Turbinenhalle bis zur Samtweberei. In heutigen Gewerbegebieten dagegen muss man häufig lange nach einem anständigen Industriebau suchen. Hier brauchen wir im Interesse der Unternehmen und der Gesellschaft mehr Baukultur.

Wer treibt das Thema voran?

Motor für das Anliegen gut gestalteter Industriearchitektur sind zunächst die Unternehmen, also private Bauherren. Für sie muss Baukultur zum Anliegen, am besten zur Chefsache werden. Hilfreich sind gute Argumente wie Lebenszykluskosten oder Kosten-Nutzen Aspekte betrieblicher Abläufe. Die größten Motivatoren sind jedoch das gute Beispiel als Vorbild und die eigene Lust zur Schaffenskraft als Bauherr. Hier leisten Fachzeitschriften wie Ihre „industrieBAU“ einen wichtigen Beitrag durch die Publikation vorbildlicher und machbarer Beispiele. Danach ist Baukultur immer eine Gemeinschaftsleistung von Architekten, Ingenieuren, Bauindustrie und Handwerk.

Wie sieht in Ihrer Wunschvorstellung ein Industriegebiet im Jahre 2030 aus?

Das klingt nach Zukunftsvision, sind aber in Wirklichkeit nur noch 12 Jahre. Da sollten wir uns vornehmen, die vorhandenen Industriegebiete funktional und gestalterisch zu konsolidieren. Das heißt, aufzuräumen und mit Ergänzungsbauten in einem einheitlichen Materialkontext zu harmonisieren. Wenn wir in Deutschland bis 2030 auf das Niveau der Schweiz oder Skandinaviens kommen, wäre ich sehr zufrieden. Gleichzeitig könnten wir mal sehen, wie wir die Nähe und Mischung von Wohnen und Arbeiten auch im gewerblichen Kontext weiter voranbringen und aus Industriegebieten perspektivisch lebendige Teile der Stadt machen.

industrieBAU-Tag 2018 am 27. September in Leverkusen lädt zum Dialog mit Experten

Globalisierung und Arbeitswelten der Zukunft, Klimaschutz und Baukultur – beim industrieBAU-Tag 2018 am 27. September in Leverkusen packen die hochkarätigen Experten heiße Eisen im Industriebau an und laden zur Diskussion von Trends und Zukunftsthemen. Nutzen Sie die Gelegenheit zum Dialog mit den Experten. Diskutieren Sie mit und sichern Sie sich jetzt Ihren Wissensvorsprung. Der industrieBAU-Tag 2018 ist eine gemeinsame Veranstaltung der Fachzeitschriften „industrieBAU“ und „Der Facility Manager“.

Alle Referenten, weitere Informationen zum Programm und die Anmeldung finden Sie unter:
www.industriebau-online.de/industriebautag2018

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