Munich Arena geht in die Realisierung

Mit dem symbolischen Spatenstich Ende Oktober geht der Bau der Munich Arena im Großformat in die Realisierung. Auf dem 8,6 ha großen Areal am Münchener Flughafen entsteht bis zur geplanten Eröffnung 2029 ein neuer Entertainment-Campus mit einer Konzert-Arena für rund 20.000 Besucher. Zum Gesamtprojekt gehören ein Musik-Hotel, ein Mobility-Hub, parkähnliche Freianlagen und eine umfassende Medien- und Infrastrukturerschließung. Die Bauherrin Munich Arena Property GmbH investiert mehr als 400 Mio. Euro in das Projekt, das ausschließlich privatwirtschaftlich finanziert ist.

Im Zeichen der Raute

Schon die Fassade macht deutlich, wo die Arena zu Hause ist: Das Exoskelett greift das Rautenmuster der bayerischen Landesflagge auf und prägt das Erscheinungsbild der rund 50.000 m² großen, siebengeschossigen Halle. Entworfen wurde sie von Populous Architects aus London, die Generalplanung übernimmt das Büro HENN Architekten aus München. Das Skelett umschließt die Halle und trägt neben dem zukünftigen Naming-Rights-Schriftzug auch ein transparentes Netz aus LEDs, das mit Inhalten aller Art bespielt werden kann.

Im Innenraum steigen die Ränge steil an und umgeben die Bühne hufeisenförmig. Das rund 10.000 m² große Dach ruht auf Stahlträgern. An der integrierten Tragebene lassen sich über 200 t an Licht-, Ton- und Bühnentechnik befestigen. Mit rund 100 m stützenfreier Spannweite bildet es das statische Herzstück der Arena.

Um die Arena entstehen großzügige Freiräume. Dabei ist die Landschaftsarchitektur durch das Außenraumkonzept von Latz+Partner maßgeblich geprägt. Vom benachbarten LabCampus führt über den sogenannten „Isar-Boulevard“ die „Arena Plaza“ an die Veranstaltungsstätte heran, Wege durch die parkähnliche Freianlagenplanung „Meadow“ leiten zu den Eingängen auf der oberen Ebene. Heimische Pflanzen und Bäume sollen dort ein kühlendes und angenehmes Mikroklima schaffen.

Alle Schnittstellen im Blick

Damit der Munich Arena-Live-Entertainment-Campus den späteren Betrieb wie geplant aufnehmen kann, muss jedes Teilprojekt präzise mit dem nächsten verzahnt sein. „Eine moderne Konzertarena funktioniert nur als Gesamtsystem. Die Konzertarena, das Musik-Hotel, der Mobility-Hub, die Freianlagen und die Infrastruktur müssen perfekt aufeinander abgestimmt und zeitgleich und in Time fertiggestellt werden“, sagte Lorenz Schmid, Managing Partner der Munich Arena Property GmbH, anlässlich des feierlichen Festakts zum Baustart.

Das Beratungsunternehmen Drees & Sommer SE unterstützt die Bauherrin bei der Projektsteuerung sowie im Bau- und BIM-Management. Letzteres ermöglicht es, durch digitale Gebäudemodelle komplexe Schnittstellen frühzeitig zu erkennen, Planungen zu koordinieren und potenzielle Konflikte bereits im Vorfeld zu lösen. Darüber hinaus begleitet das Unternehmen die verkehrlichen Infrastrukturmaßnahmen, die Medienerschließung sowie die angestrebte Nachhaltigkeitszertifizierung nach DGNB-Gold.

Energiebedarf nach Industrie-Standard

Rund 10 MW elektrische Leistung sowie rund 4.000 kW Fernwärme werden für den Betrieb benötigt. Umso wichtiger ist ein hoher Anteil erneuerbarer Energien. Mehrere tausend Photovoltaikmodule auf den Dächern von Konzerthaus, Musik-Hotel und Mobility-Hub sollen einen Großteil des Strombedarfs direkt vor Ort decken. Ergänzt wird das Energiekonzept durch eine Fernwärmeversorgung sowie einen Eisspeicher, der tagsüber über PV-Strom erzeugte Kälte für den Betrieb am Abend verfügbar macht. Für diesen Nachhaltigkeitsanspruch wurde die Munich Arena bereits mit dem DGNB-Vorzertifikat in Gold ausgezeichnet.

Konzipiert für Konzerte und Konjunktur

Anders als klassische Multifunktionshallen wurde die Munich Arena von Beginn an konsequent für Konzerte und Live-Entertainment konzipiert. Das Konzept setzt auf kurze Wege, moderne Produktionsbedingungen sowie eine Infrastruktur, die auf internationale Tourneen ausgelegt ist. Nach ihrer Eröffnung wird die Munich Arena laut einer Studie von Deloitte jährlich eine Bruttowertschöpfung von rund 350 Mio. Euro für Stadt und Region generieren. Damit setzt sie wirtschaftliche Impulse für Hotellerie, Gastronomie, Einzelhandel und zahlreiche weitere Branchen.

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