Dymaks Headquarter: Nachhaltige Visitenkarte

Geprägt von einer bewegten Dachlandschaft und einer rasterartigen Fassade aus Holz und Glas, befindet sich der Dymak-Hauptsitz an einem der zentralen Stadteingänge von Odense, Dänemarks drittgrößter Stadt. Zwischen einem Gewerbegebiet und der Naturlandschaft rund um den Glisholm-See gelegen, umschließt der von BIG – Bjarke Ingels Group konzipierte markante Neubau einen geschützten, begrünten Innenhof. Der Bauherr, ein global agierender Supply-Chain-Partner, unterstützt Produzenten sowie Gartencenter im Segment Home & Garden bei der Beschaffung und Entwicklung von Produkten und Verpackungslösungen. Der mit DGNB Gold, Heart und Diamond zertifizierte Hauptsitz vereint auf rund 2.800 m² Fläche Büros, Showrooms sowie gemeinschaftlich genutzte Bereiche. Er rückt Tageslichtnutzung, die dänische Landschaft und soziale Interaktion in das Zentrum des Unternehmensalltags.

Lebendiger Showroom

Neben seiner Funktion als Büro dient das Gebäude als lebendiger Showroom. Kunden und Mitarbeitende sollen hier die Produktentwicklung und neue  Entwürfe entdecken können. „Unser neues Haus sollte zum Ausdruck bringen, wer Dymak ist und wofür wir stehen. Architektinnen, Architekten und Designer haben intensiv daran gearbeitet, einen Ort zu schaffen, der die Identität von Dymak widerspiegelt“, ist auf der Website des Unternehmens zu lesen. Die Konstruktion aus Holz und Metall soll dabei „strukturelle Verlässlichkeit mit einer skandinavisch geprägten Gestaltungssprache“ verbinden. Die vollständig verglaste Gebäudehülle ermöglicht Durchblicke durch das Gebäude und steht sinnbildlich für den hohen Stellenwert, den Transparenz für Dymak einnimmt. Zugleich unterstützen Gemeinschaftsbereiche, der begrünte Innenhof und ein Fitnessbereich eine kommunikativere und flexiblere Nutzung im Arbeitsalltag.

Tall wooden atrium with floor-to-ceiling windows, hanging glass pendant lights, and a brick courtyard visible outside
Die Klinkerbeläge setzen sich aus dem Innenraum bis in den zentralen Innenhof fort. Bild: Rasmus Hjortshøj

Beim Betreten des Gebäudes gelangen Besuchende in einen zweigeschossigen Eingangsraum. Im Erdgeschoss befinden sich ein Showroom, ein Fotostudio und Fitnessbereiche; die Obergeschosse nehmen offen organisierte Arbeitsplätze, Besprechungsräume und Lounge-Bereiche auf. Inspiriert von Dymaks Materialportfolio ist das Gebäude von einer Palette roher, taktiler Materialien geprägt – darunter Holz, Lehm, Kork und Seegras. Decken aus recycelten Papierfasern ergänzen diese Materialität um eine weichere, akustisch wirksame Ebene.

Copper-toned glass pavilion with a curved metal frame, large glass panels, and potted shrubs along a brick walkway outside.
Die rasterartige Fassade erzeugt ein Wechselspiel aus Holz und Glas, das Tageslicht tief in die Räume führt. Ein rhythmisches System vertikaler Lamellen und Verschattungselemente verdichtet sich zur Südseite und öffnet sich nach Norden. Auf diese Weise werden Licht und Temperatur über den Tagesverlauf reguliert und ein komfortables Arbeitsumfeld gewährleistet.
Bild: Rasmus Hjortshøj

 

Spiel mit der Natur

Die Architektur setzt auf kohlenstoffarme Materialität. Die Konstruktion aus Massivholz, Tonziegel, Lehmmörtel und Seegras senkt die gebundenen CO₂-Emissionen des Gebäudes und schafft zugleich eine warme, organische Atmosphäre. Der kreisförmige Baukörper bietet helle Arbeitsbereiche, die sich um den zentralen Innenhof gruppieren und so vor dem Lärm der nahegelegenen Autobahn geschützt werden. Das Solardach ist so ausgerichtet, dass es die Stromerzeugung optimiert, solare Wärmeeinträge minimiert und den Blick auf die angrenzende Naturlandschaft maximiert. „Die daraus hervorgehende skulpturale Form erinnert geometrisch an ein Möbiusband und ist zugleich eine Hommage: Sie ist nicht nur einzigartig in ihrer Erscheinung, sondern auch in ihrer Leistungsfähigkeit“, betont Bjarke Ingels, Gründer und Creative Director von BIG. Das Dach steigt nach Norden hin an, nach Süden ist es kaskadenartig abgestuft, um solare Einstrahlung zu reduzieren, das Innenraumklima zu optimieren und die Lärmbelastung zu mindern. Seine wellenförmige Gestalt bietet zugleich eine optimale Fläche für rund 880 individuell geformte Photovoltaikmodule und trägt damit zur gebäudeeigenen Energieerzeugung bei.

Das Landschaftsplanungsteam von BIG hat das Headquarter in ein sorgfältig bepflanztes Gelände gebettet, das Zufahrtsstraßen, Stellplätze und standorttypische Vegetation integriert. Regenwasser wird über offene Rinnen und landschaftlich gestaltete Rückhaltebecken geführt.

 

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