Montag, 9. Februar 2026

Green Datacenter: Supercomputing im Holz-Hybrid-Gebäude

Nachhaltiges Bauen macht auch vor Rechenzentren nicht Halt. So erweist sich der Baustoff Holz als Alternative zu Beton und Stahl: mit positiven Auswirkungen auf CO2-Bilanz und Betrieb. Ein Green Datacenter zeichnet sich dadurch aus, dass es auf energieeffiziente Technologien, erneuerbare Energiequellen und nachhaltige Praktiken setzt, um den Stromverbrauch, die CO2-Emissionen und die Betriebskosten zu senken.

Holz für die Hülle

Doch auch die bauliche Hülle bietet noch ein erhebliches Nachhaltigkeitspotenzial. Bislang sind Rechenzentrumsgebäude – bis auf vereinzelte Ausnahmen – meist sehr unscheinbare Bauwerke, bei denen der Zweck die architektonische Gestaltung diktiert. Eine öffentliche Wahrnehmung ist oftmals gar nicht gewünscht. Als Baustoffe dominieren Beton und Stahl. Doch seit einigen Jahren etabliert sich Holz zunehmend als nachhaltige Alternative. „Diese Entwicklung wird von mehreren Faktoren getrieben: strengere Umweltauflagen wie das deutsche Energieeffizienzgesetz (EnEfG), steigende Energiekosten und der zunehmende Bedarf an skalierbaren, nachhaltigen Lösungen für eine immer digitalere Welt. „Unternehmen suchen nach Wegen, ihre IT-Infrastruktur umweltfreundlicher zu gestalten – und hier kommt Holz als Baustoff ins Spiel“, erklärt Tobias von der Heydt, Geschäftsführer von Prior1. Denn Holz verbessert die Umweltbilanz grundlegend schon vor der Inbetriebnahme. „Jeder Kubikmeter verbautes Holz bindet etwa eine Tonne Kohlenstoff und spart zusätzlich rund 600 kg CO₂ ein, die bei der Herstellung von Beton (insbesondere Zement) entstehen würden. Über den gesamten Lebenszyklus betrachtet, weisen Holzbauten laut einer Studie nur etwa 57 Prozent des Treibhauspotenzials von vergleichbaren Stahlbetonbauten auf“, berichtet der Experte.

Green Datacenter in der Praxis

Das Yexio-Rechenzentrum im Innovationspark Heiligenhaus wurde in Massivholzbauweise errichtet und sparte so 600 t CO2 gegenüber einer konventionellen Bauweise.
Bild: Hochtief

Darauf sind auch schon große Player der IT-Welt aufmerksam geworden. So baut Microsoft aktuell zwei Rechenzentren im Bundesstaat Virginia in Holz-Hybridbauweise. Der Konstruktionsansatz soll den CO2-Fußabdruck der Bauwerke im Vergleich zu herkömmlichen Stahlkonstruktionen um 35 Prozent und im Vergleich zu typischen Betonfertigteilen um 65 Prozent reduzieren. Als Basis dient dabei ein Betonfundament, das Tragwerk besteht aus Stahl, Wände und Decken werden mit Brettsperrholz realisiert (Cross Laminated Timber – CLT oder auch X-LAM). Diese Elemente aus kreuzweise verleimten Holzlagen können mit hoher Präzision im Werk vorgefertigt werden und bieten eine Kombination aus Stabilität, Brandschutz und nachhaltigen Eigenschaften. Erfahrungen damit hatte Microsoft bereits 2021 bei seinem neuen Hauptsitz im Silicon Valley gesammelt, bei dem der Softwarekonzern erstmals großflächig mit CLT gebaut hatte.

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