Dienstag, 3. Februar 2026

Statement in Holz – Hauptsitz Stora Enso in Helsinki

Das Büro- und Hotelgebäude Katajanokan Laituri, in dem auch das nordische Forstunternehmen Stora Enso seinen Hauptsitz hat, besteht aus Massivholz. Es zeigt exemplarisch, welches Potenzial der moderne Holzbau im sensiblen innerstädtischen Kontext besitzt.

Das 2024 fertiggestellte und von Anttinen Oiva Architects geplante Gebäude markiert zugleich den Auftakt für die Transformation des ehemaligen Hafengeländes von Katajanokka in einen für alle zugänglichen, offenen Stadtraum. Als erster Neubau direkt am Kai knüpft Katajanokan Laituri direkt an das ikonische, maritime Stadtbild Helsinkis an. Städtebaulich setzt der viergeschossige Baukörper die ruhige, neoklassizistische Silhouette entlang der südlichen Uferpromenade fort, während die mäandernde Fassadengeometrie den Maßstab bricht und das Gebäude in die heterogene Bebauungsstruktur der Halbinsel einbindet.

Fassadenansichten entlang Satamakatu und der Uferlinie. Plan: Anttinen Oiva Architects

Doppelfassade als Wetterschutz

Die exponierte Lage direkt am Meer stellt hohe Anforderungen an die Dauerhaftigkeit und den Witterungsschutz der Holzkonstruktion. Die Architekten reagierten darauf mit einer doppelschichtigen Fassadenstruktur: Die tragenden Holzbauteile liegen geschützt in der inneren Fassadenebene. Eine äußere Hülle aus Glas, Aluminium und hellgrauem Granit bildet den primären Wetterschutz und verankert das Gebäude visuell im steinernen Stadtbild Helsinkis. Diese Konstruktionsweise ermöglicht es, die Holzstruktur im Innenraum sichtbar zu belassen und gleichzeitig den hohen maritimen Beanspruchungen gerecht zu werden. Die doppelte Fassadenschicht erzeugt zudem ein plastisches, sich mit Tageslicht und Jahreszeiten veränderndes Erscheinungsbild.

Die geschwungene Fassadengestaltung
bricht das Volumen und integriert das
Ensemble in den heterogenen Gebäudebestand
der Halbinsel Katajanokka. Bild: Kalle Kouhia/v2com

Offen zugänglich und naturnah

Mit rund 23.000 m² Bruttogeschossfläche – davon ca. 16.400 m² Nutzfläche – verteilt auf vier oberirdische Geschosse und ein Untergeschoss mit Technikräumen und Parkplätzen, öffnet sich der Baukörper zur Stadt in beide Richtungen. Im Erdgeschoss schaffen ein gemeinsamer, großzügiger Eingangsbereich, Restaurant, Café und Konferenzflächen eine öffentlich zugängliche, durchlässige Sockelzone. Die begrünte Dachterrasse steht ebenfalls für alle offen und erweitert das Angebot an urbanem Außenraum. Die Freiraumgestaltung ist von der nordischen Landschaft inspiriert: Ein Birkenhain im Innenhof knüpft an die finnische Waldlandschaft an. Auf dem Dach orientieren sich extensiv begrünte Flächen an Schären- und Küstenwiesen der Region. Damit wird der Holzbau nicht nur als konstruktive Lösung, sondern auch als programmatisches Motiv für eine naturnahe, resiliente Stadtentwicklung interpretiert.

Die Außenbereiche sowie die begehbare Dachlandschaft sind von der nordischen Vegetation inspiriert.
Bild: Kalle Kouhia/v2com

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