Unter dem Leitsatz „Harte Schale, weicher Kern“ entwickelte das Büro Elementar für den Energiekonzern RWE ein Archivgebäude, das besondere Anforderungen an das Raumklima erfüllt und konsequent auf zirkuläres Bauen ausgelegt ist.
In Zeiten von Digitalisierung und Cloud-Speicherung mutet die Archivierung von Konzernunterlagen zunächst antiquiert und wenig zeitgemäß an. Dabei sind Wirtschaftsarchive das Gedächtnis von Unternehmen, tragen zur Identifikation und Reputation bei und sollen somit grundsätzlich erhalten bleiben. Sie bewahren wirtschaftliches Kulturgut und machen es langfristig nutzbar. Die sichere und schonende Aufbewahrung der teilweise jahrhundertealten Akten, Gemälde, Fotonegative und Filmrollen der Unternehmenssammlung hatte demnach hohe Priorität bei der Planung des Archivgebäudes für RWE.
Zentrale Stromfreischaltung
Um potenzielle Risiken zu vermeiden, verzichtete man im Magazinbereich auf Tageslicht, Wasserleitungen sowie Durchdringungen der Dachhaut und richtete eine komplette Stromfreischaltung ein. Statt auf Stein oder Beton setzte das Wuppertaler Architekturbüro Elementar aber auf Holz in Massivbauweise, um bei Sommer oder Winter ein konstantes Raumklima zu gewährleisten und den Technikeinsatz zu minimieren. Zugleich verleiht die Holzbauweise dem Archiv eine ökologisch wertvolle Dimension. Der Baukörper besteht dabei nicht aus einer herkömmlichen Holzbaurahmenkonstruktion, sondern aus 30 cm starken Vollholzwänden, die schichtweise und ohne den Einsatz von Leim oder metallischen Verbindern gefügt sind. Diese innovative Herangehensweise optimiert nicht nur die klimatischen Eigenschaften des Archivs wie Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit, sie gewährleistet vielmehr auch eine nachhaltige Bauweise.
Für die Holzbauweise sprach zudem die geringe Belastbarkeit des Baugrunds. Einst befand sich hier die Kokerei Friedrich Ernestine. Später wurde das Areal von einem Bauunternehmen genutzt. Auf der gepflasterten Fläche des Geländes wurde das etwa 1.700 m² große Archivgebäude in eingeschossiger Bauweise aufgesetzt. Um dennoch ein gewisses Maß an Entsiegelung zu erzielen, erhielt die gesamte Dachfläche eine Begrünung. Ein umlaufendes Pflanzbeet dient sowohl als Prallschutz als auch der Fassadenbegrünung und gliedert den fensterlosen, langgezogenen Gebäuderiegel. …
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