Donnerstag, 2. April 2026

Geberit Campus: Am Anfang stand das Quadrat

Einfach gesagt, ist mit dem Geberit Campus in Pfullendorf ein modernes Schulungszentrum für Sanitärtechnik entstanden. Doch von einem simplen Zweckbau ist das Gebäude weit entfernt. Atelier Brückner hat hier über die Architektur eine Kommunikationsebene zwischen Kunden und Mitarbeitern geschaffen, aus der ein erlebbarer Markenraum des Unternehmens entstanden ist.

Am Anfang stand das Quadrat. Abgeleitet aus dem Geberit-Logo bestimmt es Raster, Grundriss und Volumen des neuen Geberit Campus im oberschwäbischen Pfullendorf. In den Raum übersetzt wird es zum Kubus als konzeptionelle Leitlinie im Entwurf von Atelier Brückner. Das Stuttgarter Büro – bekannt für seine erzählenden und darstellenden Architekturen für Marken, Museen und Ausstellungen – verantwortete die Generalplanung für Gebäude, Ausstellung und Landschaftsgestaltung. Der Campus folgt dabei dem Ziel, Kompetenz und Funktion verständlich zu vermitteln und erlebbar zu machen. Am 5. Februar 2026 fand die feierliche Eröffnung im Beisein von Politik, Wirtschaft, Unternehmensmanagement und Fachpresse statt. An die Eröffnung schließt sich aktuell eine Startphase mit ersten Kundenveranstaltungen an. Zum Sommer soll der Geberit Campus in den Regelbetrieb übergehen und dann jährlich 7.000 Schulungsteilnehmer empfangen. Installateure, Großhändler, Fachplaner, Architekten, Investoren sowie Vertreter von Bildungseinrichtungen wie Meisterschulen, Technikschulen und Hochschulen sind eingeladen, sich fachlich auf den neuesten Stand der Installationstechnik zu bringen.

Für den Bauherrn aus der Sanitärbranche ist die Qualifikation seiner Partner ein zentraler Erfolgsfaktor. Die kontinuierliche Weiterbildung der Fachbetriebe ist strategischer Bestandteil der Unternehmensausrichtung. So erklärt Cyril Stutz, Geschäftsführer der Geberit Vertriebs GmbH: „Wir unterstützen unsere Kunden mit praxisnahen und kontinuierlichen Weiterbildungsangeboten. Der Geberit Campus übernimmt dabei eine wichtige Rolle als Ort des Wissensaustauschs und der partnerschaftlichen Zusammenarbeit. So stärken wir gemeinsam die Fachkompetenz und schaffen die Basis, auch unter anspruchsvollen Bedingungen erfolgreich zu bleiben.“ Das Angebot reicht von offenen Seminaren bis zu kundenindividuellen Schulungen. 37 Mio. Euro hat Geberit am Standort Pfullendorf in diese Strategie investiert.

Kompetenzen in Kuben

Der Geberit Campus ist eine als offener Pavillon gestaltete Lernlandschaft mit 4.210 m² Gebäudefläche und 4.900 m² Nutzfläche. Drei große Kuben stoßen mit Höhen von 8, 13 und 16 m durch die Dachfläche und markieren die zentralen Kompetenzfelder des Unternehmens. Sie sind von außen weithin sichtbar und geben dem Inneren Struktur. Dazwischen und um sie herum entwickelt sich ein offenes Raumgefüge mit Forum, Ausstellungsflächen, transparenten Theorie- und Werkräumen sowie der Cafeteria. Hier kreuzen sich Wege, Begegnungen sind gewollt und Orientierung entsteht intuitiv. Ergänzt wird das Flächenprogramm durch die Nebenkuben, die Funktionen wie Büro, Küche, das Geberit-TV-Studio oder Dusch-WC-Erlebnisräume umfassen.

Lehren und Lernen im Kubus

Die drei Haupt-Kuben bilden die zentralen Lernräume. Der größte davon eröffnet mit dem 11 x 11 m großen Abwasserturm einen neuen Blick auf Vorgänge in allen Bereichen der Abwasserhydraulik. Strömungen, Fehler und richtige Planung von der Gebäude- bis zur Dachentwässerung sind in über 25 unterschiedlichen Situationen multimedial über Licht, Projektion und Ton inszeniert. Der Akustik-Kubus mit einem voll ausgestatteten Akustiklabor simuliert einen zweigeschossigen Wohnungsbau und macht mit mehr als 30 unterschiedlichen Installationen Schall hör- und erfahrbar. Der Aufbau ist dazu aufwändig vom Gebäude entkoppelt. Im Kompetenz-Kubus als virtuellem Wissensraum entstehen in einer begehbaren 3D-Umgebung Eindrücke zu Trinkwasserhygiene und Abwasserhydraulik, Brand- und Schallschutz, Sanitärraumplanung sowie digitalem Planen und Bauen. Sie sollen Orientierung geben, Wissen vertiefen und die Themen in einen größeren Zusammenhang stellen.

Die Ausstellungsflächen gliedern sich inhaltlich in zwei Hauptfelder: „Know-How Installed“ für die Kompetenz hinter der Wand und „Design Meets Function“ für Sanitärlösungen vor der Wand. Schau- und Funktionsobjekte, Objekte zum Erklären, (Be-)Greifen und Ausprobieren folgen in ihrer Präsentation konsequent dem quadratischen Raster in modularen Einheiten. Produktexponate, digitale Informationsflächen und Hands-on-Tische lassen sich flexibel kombinieren und erweitern. Ebenfalls als Kuben realisiert sind die begehbaren Rauminstallationen. Sie zeigen reale Badsituationen – vom Wohnungsbau über Hotel bis zur barrierefreien Nutzung. Im Kubus ist das fertige Bad sichtbar, auf seiner Außenseite die Installation.

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