Kinzo: Inspiration durch Transformation

Wie ein stilbildendes New Work-Konzept erfolgreich in einen Bestandsbau integriert werden kann, zeigt das Office eines international agierenden Beratungsunternehmens im neu positionierten Das Center am Potsdamer Platz (ehemals Sony Center). In Bauteil E des von Architekt Helmut Jahn geplanten Ensembles hat Kinzo ein Arbeitsumfeld geschaffen, das durch präzise räumliche Ordnung Ruhe und Klarheit erzeugt. Der Entwurf ist Teil der umfassenden Transformation des ikonischen Areals, das sich seit 2021 in einer Phase der Neuorientierung befindet. Offener, menschlicher und zukunftsgerichtet lautet die Zielsetzung.

Kinzo übersetzte die Vorgabe mit einer Arbeitslandschaft (Leistungsphasen 2-8, BGF: ca. 1.300 m2), die durch den sensiblen Umgang mit Farbe, Licht und Materialität überzeugt. Die Räume fördern die Konzentration und vermitteln zugleich Leichtigkeit. „Wir wollten einen Ort schaffen, der Ruhe ausstrahlt und Haltung zeigt“, sagt Martin Jacobs, Mitgründer und Partner bei Kinzo, und präzisiert: „Ein Arbeitsumfeld, das nicht auf Repräsentation zielt, sondern auf Selbstverständlichkeit.“

Nicht größer, sondern besser

Ausgangspunkt des Projekts war die Neuordnung von Flächen und Arbeitsweisen: weniger Quadratmeter, mehr Qualität. Neben den klassischen Einzelbüros entfaltet sich eine vielschichtige Arbeitslandschaft: ausgewogen proportioniert, sensibel komponiert und von ruhiger Materialität getragen. Unterschiedliche Zonen ermöglichen fokussiertes Arbeiten, vertrauliche Gespräche und spontane Begegnungen. Eine offene Küche bildet den sozialen Mittelpunkt als Ort für Austausch jenseits formeller Meetings. Loungebereiche, hybride Meetingräume und Rückzugsorte mit Blick in den überdachten Innenhof – geprägt von Licht, Transparenz und urbaner Bewegung – ebenso wie Sichtachsen zum Tiergarten und ins Regierungsviertel prägen die die Atmosphäre.

Im Wandel der Jahreszeiten

Die Gestaltung erfolgte im Dialog mit dem von Architekt Helmut Jahn erschaffenen Gebäude, bei dem Glas und Reflexion dominieren. Kinzo antwortet darauf mit einer warmen, haptischen Materialität, darunter Holz und Textil. Das Farbkonzept nimmt den Wandel des Lichts und der Atmosphäre im Verlauf der Jahreszeiten auf. Inspiration boten der Himmel über Berlin und die sich stetig verändernde Farbigkeit des angrenzenden Tiergartens. Die Aussicht über die Stadt – bis zum Bundestag – ist Teil des Konzepts und wirkt als täglicher Impulsgeber.

Entlang des sanft gebogenen, innenliegenden Flurs wird das räumlich erfahrbar: Mit Blick durch die verglasten Bürowände verändert sich die Farbgestaltung der einzelnen Räume Schritt für Schritt. Während die Nordseite des Büros weite Ausblicke über den Tiergarten bietet, richtet sich der südliche Teil stärker nach innen; hier liegt der Fokus auf Ruhe und Geborgenheit.

Achtsamkeit im Umgang mit Bestehendem

Rückzugsorte ergänzen das Konzept, darunter eine kleine Bibliothek, mit einer Chaiselongue ausgestattete Räume und begrünte Nischen. Viele der dort platzierten Pflanzen stammen aus dem vorherigen Büro. Diese Geste des Bewahrens zieht sich durch das gesamte Projekt und steht für Achtsamkeit im Umgang mit Bestehendem.

Eine besondere Rolle spielt das Licht: Gemeinsam mit JBN (jack be nimble) entwickelte Kinzo ein dynamisches Beleuchtungskonzept, das sich am natürlichen Biorhythmus orientiert. Unterschiedliche Lichttemperaturen begleiten den Tag, während eine Streckmetalldecke mit integrierten Leuchtprofilen technische Komplexität in visuelle Ruhe übersetzt. Innovative Lösungen wurden auch im Bereich der Gebäudetechnik gewählt. In Kooperation mit Timmler Technologies wurde ein Schwerkraftkühlsystem in eine akustisch wirksame Holzwand integriert, wie Kinzo ausführt. Somit verbinde die stromlose und recyclefähige Lösung nachhaltige Technologie mit gestalterischer Präzision.

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